Wie Crealogix die Bankgeschäfte der KMU revolutionieren will

Mit CLX.NovaBusiness lanciert der Banking-Spezialist eine Finanzmanagement-Lösung für Firmen, die zwischen ERP und E-Banking angesiedelt ist.
 
Früher war Crealogix ein wichtiger Player im Schweizer Markt für KMU-Software. Als Microsoft-ERP-Partner bediente der Zürcher Softwarehersteller viele mittelständische Kunden. Seit einigen Jahren konzentriert sich "Crea" aber fast ausschliesslich auf Banken. Nun nimmt das Unternehmen wieder die KMU ins Visier. Mit dem am Montag lancierten Produkt CLX.NovaBusiness will Crealogix geschätzt 100'000 Schweizer KMU ansprechen - ein potenziell lukrativer Markt.
 
Multi-Finanzmanagement als SaaS-Lösung
Heute Morgen bei der Präsentation des Produkts in Zürich überschlugen sich die Verantwortlichen bei Crealogix mit Superlativen: Von "Revolution" über "Paradigmenwechsel" bis zu "Gamechanger". Man wolle damit die "digitale Lücke" zwischen Banken und Kunden schliessen. Die Entwicklung des Produkts begann vor zwei Jahren; seit wenigen Monaten wird es als Pilot bei Hotelplan eingesetzt.
 
Tatsächlich könnte das Produkt langfristig für viele KMU das traditionelle E-Banking ersetzen. Mit CLX.NovaBusiness können sie alle Bankgeschäfte von einem Ort aus erledigen. Man habe Schnittstellen zu "allen Banken" - allerdings sind damit nur Schweizer Finanzinstitute gemeint. Auf der einen Seite interagiert das System mit ERP-Systemen, auf der anderen Seite werden E-Banking-Funktionen eingebunden, was ohne Zusammenarbeit mit den Banken nicht funktioniert.
 
Crealogix richtet sich mit CLX.NovaBusiness einerseits direkt an KMU, andererseits können Banken das Produkt als White-Label-Lösung beziehen. Wenn man davon ausgehen kann, dass Banken nur ungern die direkte Beziehung zu ihren Kunden aus den Händen geben, macht eine White-Label-Lösung für Banken durchaus Sinn. Allerdings müssten solche Banken dann logischerweise auch die Einbindung von Daten anderer Banken erlauben, damit es für die Firmenkunden Sinn macht.
 
Das Produkt ist eine klassische Software-as-a-Service-Lösung und richtet sich an KMU ab zehn Mitarbeitenden. Im Grunde genommen geht es vor allem um den Zahlungsverkehr und das Cashmanagement. Ein Task-Manager steuert die Verbindungen zu den Finanzinstituten und ermöglicht den Transfer von Zahlungs- und Kontodaten. Zahlungsverkehr und Liquiditätssituation werden auf einem "Dashboard" dargestellt. Die Lösung ist mandantenfähig und erlaubt die Definition von Rollen und Berechtigungen. Ab 113 Franken im Monat bekommt man eine Lizenz für drei Nutzer, die mit allen gängigen stationären und mobilen Geräten auf das webbasierte System zugreifen können. Zusätzliche User kosten je sechs Franken pro Monat. Künftig sollen native Apps für iOS und Android hinzukommen.
 
Hohe Sicherheitsstufe
Zahlungen erfassen und wichtige Einstellungen verändern kann man allerdings nur mit einem Windows-Computer. Der Zugang erfolgt hier über drei Sicherheitsstufen: Benutzer, Passwort und Nova-Kennung. Zusätzlich sind diese drei Kriterien jeweils hardwaremässig an eine im System definierte Maschine gebunden.
 
Crealogix-CEO Bruno Richle, Giorgio Buzzi di Marco, Head of Product Management, und Claude Reck, Produktmanager CLX.NovaBusiness, betonten mehrmals, wie sicher das System sei. Wird zum Beispiel der Computer eines Mitarbeiters gestohlen, können sein Zugang und sein Gerät mit wenigen Klicks gesperrt werden. Jedem Kunden wird eine verschlüsselte, eigene Datenbank zugewiesen, zu der nur er Zugang hat. Architektur und Sicherheitskonzept wurden vom Banking-Beratungsunternehmen Cnlab geprüft. CLX.NovaBusiness wird bei einem Rechenzentrumsbetreiber in der Schweiz gehostet. Man vereine "makellose Sicherheit mit grösstmöglicher Convenience", so Crealogix.
 
Teilweise löst das neue Produkt das bestehende CLX.Office Wings ab. CEO Richle betonte aber, dass man keine Kunden zwingen werden, auf das neue Produkt zu wechseln. Crealogix will das Angebot künftig weiter ausbauen, etwa mit zusätzlichen Modulen zum Beispiel für Bonitätsprüfungen. (Maurizio Minetti)