"Keine Preisrevolution": Sunrise lanciert "Freedom"

Erstes Schweizer Mobile-Angebot ohne Mindestvertragslaufzeiten. Doch Wenignutzer sollten die Finger davon lassen.
 
Der zweitgrösste Schweizer Telekom-Provider Sunrise hat heute sein neues, "Freedom" genanntes Mobilfunk-Tarifmodell lanciert. Das Neue dabei: Die Kosten für das Mobile-Abo und jene für das Smartphone werden voneinander getrennt. Ein Abo- oder Geräte-Wechsel ist nun jederzeit möglich. Zudem ist Sunrise Freedom monatlich kündbar; die Mindestvertragslaufzeiten werden damit abgeschafft. Sunrise hatte den Launch der neuen Tarife Ende Januar angekündigt, aber bisher noch keine Details bekannt gegeben.
 
Das kleinste Abo "Freedom Start" kostet 20 Franken im Monat. Ohne weitere Kosten sind Anrufe auf Sunrise-Handys möglich. Anrufe ins Festnetz und zu Swisscom- und Orange-Handys kosten 30 Rappen pro Minute. "Freedom Classic", "Freedom Relax" und "Freedom Max" bieten eine Flatrate für Anrufe innerhalb der Schweiz an, bei "Max" auch für Gespräche ins Ausland. Das darin enthaltene Internetvolumen beträgt 500MB bis 10GB, je nach Abo. Ist dieses erreicht, geht der Internet-Speed zurück.
 
Nichts für Wenignutzer
Bereits gestern machte die 'SonntagsZeitung' die Details publik. So haben sich mittlerweile einige Experten zu den neuen Tarifen geäussert. Ralf Beyeler von Comparis schreibt, das Angebot sei sehr flexibel: "Der Konsument kann frei wählen, welchen Betrag er als Anzahlung leisten möchte. Die monatliche Rate unterscheidet sich für den Gerätekauf je nach dem Wert des Geräts." Die Trennung zwischen Abos und Gerätekauf bezeichnet er als "sehr gut".
 
In der heutigen Mitteilung preist Sunrise "Freedom" als Revolution im Schweizer Mobilfunkmarkt an. Beyeler ist - zumindest was die Preise angeht - anderer Meinung: "Die neuen Sunrise-Abos sind keine Preisrevolution". Die Preise seien ungefähr gleich geblieben, meist etwas günstiger als bisher. Im Vergleich zu den Abos von Swisscom und Orange bleibe Sunrise jedoch meistens wesentlich günstiger. Ein Grund für den Unterschied sei, dass bei Swisscom ein Gerät zwingend dabei sei und mitfinanziert werde. Bei Orange ist der Gerätekauf nicht zwingend, jedoch erhält der Kunde keinen Rabatt, wenn er ein Abo ohne Mindestlaufzeit und ohne Gerät bezieht. Wenig- und Durchschnittsnutzer sollen bei Prepaid-Angeboten bleiben, rät Beyeler.
 
Zum neuen Tarif haben sich heute auch die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) und Dschungelkompass geäussert. Hier lautet das Fazit ähnlich: Für Mittel- und Vielnutzer werde Sunrise günstiger, für Wenignutzer gar teurer. Gelobt werden einerseits die transparenten Preise, doch der Vergleich mit anderen Anbietern werde erschwert. "Je nach Anforderung an die Internetgeschwindigkeit oder persönlichem Profil können zudem noch günstigere Angebote gefunden werden", so Oliver Zadori von Dschungelkompass. (mim)