Comparex vs. Bison: Entlassungen, Zukäufe, aber noch kein Verfahren

Knapp zwei Jahre, nachdem der grösste Teil der Belegschaft von Comparex Schweiz auf einen Schlag zu Bison wechselte, gibt es noch immer keine Schuldigen. Derweil baut Comparex im Lizenzbusiness aus, baut aber in Sursee ab.
 
Die Surseer Niederlassung des deutschen IT-Dienstleisters Comparex kommt nicht zur Ruhe. Dort, wo vor bald zwei Jahren die meisten Mitarbeitenden quasi über Nacht zum damaligen Minderheitsaktionär Bison wechselten, arbeiten mittlerweile wohl nicht viel mehr als ein Dutzend Personen. Ende Januar habe sich das Unternehmen von acht weiteren Mitarbeitenden getrennt, berichtet 'Computerworld' unter Berufung auf Philippe Borloz, CEO von Comparex Solutions Schweiz.
 
Klar ist, dass Comparex in der Schweiz die allermeisten Kunden aus dem Systemgeschäft verloren hat. Aus dem Umfeld des Unternehmens wird deshalb betont, dass das Geschäft mit Softwarelizenzen in Dietikon klar im Zentrum stehe. Es dürfte deshalb wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis Comparex aus dem Enterprise-Gebäude in Sursee wegzieht. Allerdings ist Comparex Untermieter von Bison, und Bison zieht voraussichtlich erst Ende Jahr in ein neues Gebäude in Oberkirch bei Sursee. Es ist also nicht anzunehmen, dass Comparex vor Ende 2012 Sursee den Rücken kehrt.
 
Derweil hat der deutsche Comparex-Konzern diese Woche den geplanten Kauf des Lizenzspezialisten Datalog vollzogen. Ein Sprecher von Datalog Deutschland sagte diese Woche zu inside-channels.ch, dass der Geschäftsführer von Datalog Schweiz, Matthias Dittler, die Schweizer Datalog-Niederlassung, die aus zwei Personen besteht, übernommen habe. Dittler, der bereits Minderheitsaktionär war, konnte für eine Stellungnahme nicht erreicht werden. Anzunehmen ist, dass er mit der Dietiker Niederlassung von Comparex kooperieren wird. Der andere Schweizer Datalog-Mann, Urban Amberg, wechselt zu Comparex.
 
Im Fall Comparex/Bison bleiben weiterhin Fragen offen. Nach der "Massenflucht" im April 2010 schaltete sich zwar die Justiz ein, doch die Luzerner Staatsanwaltschaft führt noch immer Befragungen durch, ohne ein formelles Verfahren eröffnet zu haben. "Die Strafuntersuchung ist noch hängig", so ein Sprecher auf Anfrage. Vertreter von Comparex und Bison zeigten sich im Gespräch mit inside-channels.ch entrüstet, dass nach fast zwei Jahren noch kein definitiver Entscheid getroffen worden ist. (mim/hc)