Data Migration Services wächst um 40 Prozent

Tobias Eberle, CEO Data Migration Services.
Alte SAP-Systeme konsolidieren und abwracken ist ein interessantes Business. Das zeigt die Kreuzlinger Firma.
 
Soeben hat Data Migration Services den JiVS-Release 5.0 vorgelegt. Man habe damit insbesondere den Bedienkomfort der Software auf den neusten Stand gebracht, hiess es in einer Mitteilung. Das Tool lasse sich systemunabhängig fürs Datenmanagement und die Datencompliance sowie das Abschalten von Altapplikationen nutzen. Bei einer Migration hilft es die Stammdaten zu bereinigen und die Datenvolumen unter anderem bei SAP-Systemen mittels Archivierung zu reduzieren. Mit JiVS sollen sich die Datenvolumen um bis zu 70 Prozent verringern lassen, was etwa den Einstieg in die S4-Hana-Welt deutlich vereinfache, erklärte CEO Tobias Eberle auf Anfrage von inside-channels.ch
 
SAP-Umstieg als Wachstumstreiber
Die JiVS-Erneuerung hat inside-channels.ch genutzt, Eberle zur Entwicklung des Unternehmens und die Strategie zu befragen. Zunächst stellt der CEO klar, dass es Data Migration Services recht gut gehe. Im Jahr 2017 habe man ein Umsatzplus von 40 Prozent erzielt und erwarte ein ähnliches Wachstum auch in diesem Jahr. Weil man nach wie vor in Privatbesitz sei, nenne man aber weder konkrete Umsätze noch Gewinnzahlen, so Eberle. Derzeit arbeiten rund 40 Mitarbeiter ständig für die in Kreuzlingen ansässige Firma, schiebt er nach. Man suche besonders in der Beratung und Entwicklung qualifiziertes Personal, so Eberle weiter.
 
Treiber des rasanten Wachstums sei die Digitalisierung nicht zuletzt im SAP-Umfeld. Dort laufe derzeit beispielsweise vielfach der Umstieg von Unternehmen von SAP-ERP und der SAP Business Suite 7 auf SAP Hana und S/4. Die Vorbereitung einer solchen Migration erfordere die Bereinigung und Archivierung der Stammdaten mittels JiVS, was die Betriebskosten signifikant senke. Das umfasse auch das Stilllegen von Altsystemen oder sogenanntes Application Retirement, wie Eberle anfügt.
 
Rückblick auf die letzten Jahre
Auf die Frage ob Tamara Rüegg und Thomas Failer, die Firmengründer von 2006, noch an Bord sind, führt Eberle aus, dass die Firma heute allein Failer gehöre und sich Rüegg 2014 zurückgezogen haben. Die Data Migration AG, war nach dem Verkauf der Consulting-Sparte an T-Systems bestehen geblieben. Ihr Kerngeschäft ist bis heute die Entwicklung des JiVS-Tools, sagt Eberle. Zudem habe Failer 2015 eine neue Firma gegründet, eben Data Migration Services. Ihr Fokus sei die Vermarktung von JiVS und das entsprechende Beratungsgeschäft. Eberle selber amtet als CEO dieser beiden Firmen, während Failer in deren Verwaltungsrat sitzt.
 
Die Umorganisation war nötig geworden, weil Failer bekanntlich 2011 CEO der neuen T-Systems-Tochter wurde. Damals zog Failer sich bei Data Migration auf das Verwaltungsratspräsdium zurück, während er seither der T-Systems Data Migration Consulting mit einer Unterbrechung von zwei Jahren vorsteht. Denn von 2013 bis 2015 übernahm Astrid Blechschmidt bei der T-Systems-Firma.
 
Als 2011 Failer bei T-Systems einstieg, übernahm Peter Schönenberger das operative Geschäft bei Data Migration. Schönenberger habe sich 2014 dann aber privat neu orientiert und sich auf den Presales- und Solution-Bereich zurückgezogen. Nach einer Übergangsphase mit Urs Sträuli an der Spitze habe 2015 Eberle den CEO-Posten zunächst von Data Migration und dann auch der neugegründeten Data Migration Services übernommen.
 
Strategisch sei man nach wie vor stark im SAP-Umfeld tätig, adressiere neben Grossunternehmen aber auch KMU und habe Kunden auf allen Kontinenten, so Eberle. Ausserdem pflege man eine Partnerlandschaft mit rund 200 Menschen in verschiedenen Firmen, die von Data Migration Services geschult und ausgebildet werden. T-Systems sei einer der grössten Partner, schiebt er nach. Als Kunden nennt Eberle ABB, Alstom, Mercedes, General Electric, Commerzbank oder Deutsche Telekom. (vri)