Security bleibt matchentscheidend für Industrie 4.0 in der Schweiz

Industrie 4.0 werde immer wichtiger für Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe der Schweiz. Dies will der Wirtschaftsprüfer EY mit einer neuen Studie belegen, für die Führungskräfte aus Firmen ab 100 Mitarbeitern befragt wurden.
 
Bereits 45 Prozent der befragten Schweizer Firmen würden Lösungen aus dem Bereich Industrie 4.0 anwenden, das sind immerhin sechs Prozent mehr als noch 2015. Dies sei gerade angesichts hoher Anfangsinvestitionen und einem angespannten Arbeitsmarkt für IT- und Industriefachkräfte erfreulich, schreibt EY in einer Mitteilung. So sehen dann auch 65 Prozent der Unternehmen den hohen Investitionsbedarf als wichtigstes Hindernis bei der Umsetzung, während 47 den Mangel an qualifiziertem Personal geltend machen. Fast 60 Prozent der Grossunternehmen mit über 500 Mitarbeitern beklagen zudem fehlende Standards. Hingegen sieht nur noch ein Viertel aller Befragten keinen klaren wirtschaftlichen Nutzen – 2015 waren es noch fast 40 Prozent.
 
Firmen wollen mehr investieren
Fast die Hälfte der befragten Firmen sind vom Potential einer digitalisierten Industrie überzeugt, der Stellenwert werde weiter steigen. So wird von 80 Prozent der Befragten dem Thema hohe strategische Bedeutung zugemessen. Knapp 90 Prozent sagten zudem, dass es in den nächsten fünf Jahren strategisch noch wichtiger werde.
 
Genannt werden als Vorteile von Industrie 4.0 vor allem Flexibilität im Fertigungsprozess sowie die effizientere Auslastung der Produktionsanlagen. Zudem ist es ein wichtiger Wettbewerbsfaktor, dass durch Automatisierung die Reaktionszeit verkürzt werden könnten. Auch Kostenreduktion spielt eine Rolle: Mit 5,7 Prozent Einsparungen rechneten die Industrie-Kapitäne im Schnitt.
 
Entsprechend beabsichtigen Schweizer Unternehmen auch zu investieren: Rund fünf Prozent des Jahresumsatzes fliesse in den Bereich. Rund ein Drittel der hiesigen Firmen wollen diese Investitionen im laufenden Jahr erhöhen. Investiert werde vor allem in Mitarbeitende und Softwaresysteme und -Konzepte,
Was hat die grössten Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle der Unternehmen? Grafik: EY
die zusammen fast 80 Prozent des Volumens auf sich vereinen.
 
Wenig Aussicht auf neue Geschäftsfelder? Und die Security!
Nur ein Viertel schätzt hingegen die neuen Möglichkeiten als nützlich ein, um neue und – natürlich – disruptive Geschäftsmodelle zu entwickeln. Ein Shift hat hier aber schon stattgefunden: So gewann etwa die Cloud stark an Bedeutung und auch Big Data wird mehr Gewicht beigemessen. Sehr relevant bleibe Machine-to-Machine-Kommunikation.
 
Aber wichtigstes Thema sei wie mancherorts die Security. 93 Prozent der Befragten gaben an, dass Sicherheit ausschlaggebend sei für den Erfolg von Industrie 4.0 und die Geschäftsmodelle der Unternehmen.
 
Für die Studie wurden 103 Schweizer Unternehmen der verarbeitenden Industrie aus den Bereichen Konsumgüter, Elektrotechnik, Automobilfertiger und Maschinenbau befragt. In der Untersuchung wurden CEOs, Verwaltungsräte und Abteilungsleiter von Unternehmen ab 100 Mitarbeitern berücksichtigt. (ts)