Swisscom stagniert und baut mehr Stellen ab

Swisscom kann Umsatz und Ertrag halten, will aber rascher Kosten senken.
 
Swisscom konnte im vergangenen Jahr den Umsatz halten und den Gewinn fast verteidigen. Der grösste Schweizer Telekommunikations- und IT-Dienstleister setzte 11,6 Milliarden Franken (+ 0,2 Prozent) um und verdiente unter dem Strich 1,568 Milliarden Franken.
 
Der Umsatz im Schweizer Kerngeschäft sank um 2,4 Prozent. Schuld daran ist der Rückgang der Erträge aus der Festnetztelefonie sowie Preisdruck und weniger Erträge aus Roaming weil mehr Kunden inklusiv-Verträge haben. Die italienische Tochter Fastweb steigerte den Umsatz hingegen um 10 Prozent auf über zwei Milliarden Franken und lieferte mehr Gewinn ab. Der Gewinn auf EBITDA-Stufe von Fastweb legte um 17,7 Prozent auf 845 Millionen Franken zu. Fastweb ist damit so profitabel wie der Bereich Enterprise-Customer, in dem sich der grösste Teil des IT- und Cloud-Geschäft von Swisscom versteckt. Der EBITDA des Bereichs Enterprise Customers betrug 832 Millionen Franken, wie wir dem Geschäftsbericht entnehmen.
 
Kostensenkungsprogramm verschärft
Swisscom will in den Jahren 2018 bis 2020 die Kostenbasis nicht wie bisher angestrebt um 60 Millionen, sondern neu um 100 Millionen Franken pro Jahr senken, wie der Telekomkonzern mitteilte. Dieser markante Verschärfung des seit 2016 laufenden Sparprogramms fallen auch weitere Stellen zum Opfer.
 
So will Swisscom bis Ende 2018 in der Schweiz den Stellenbestand um weitere 700 auf noch 17'000 Vollzeitstellen reduzieren. Darin enthalten ist auch die Reduktion im Personalbestand bei der Billag um rund 100 Stellen. Swisscom will diesen Stellenabbau wie bis anhin soweit wie möglich über die natürliche Fluktuation und Pensionierungen auffangen, wie es in der Mitteilung heisst.
 
Seit Anfang 2016 bis Ende 2017 hat Swisscom bereits 1300 Vollzeitstellen in der Schweiz abgebaut. Insgesamt wies der Konzern Ende 2017 einen Bestand von 20'506 Vollzeitstellen auf.
 
Enterprise: Weniger Umsatz, mehr Auftragseingang
Der Bereich Enterprise von Swisscom erzielte eine leicht geringeren Umsatz von 2,4 Milliarden Franken. Allerdings stieg der Umsatz im eigentlichen IT-Business, ("Lösungsgeschäft") um 1,1 Prozent, respektive 12 Millionen Franken, auf 1,08 Milliarden Franken.
 
Positiv hat sich gemäss Swisscom der Auftragseingang des Bereichs Enterprise entwickelt. Er ist um sieben Prozent auf 2,7 Milliarden Franken gestiegen. Swisscom lancierte diesen Herbst die "Enterprise Service Cloud" und bietet seinen Kunden seit Oktober auch Verknüpfungen zu Microsoft Azure und AWS an. (hc / sda)