SAP kauft Callidus für 2,4 Milliarden Dollar

Quelle: SAP
Der Umsatz von SAP stagnierte im letzten Quartal praktisch. Die Walldorfer kündigen eine Milliarden-Übernahme im Cloud-Bereich an.
 
Die amerikanische Einheit des deutschen Softwareherstellers SAP kauft das Unternehmen Callidus Software für 2,4 Milliarden Dollar. Dies teilen die Firmen heute mit. Callidus tritt unter dem Namen CallidusCloud auf und bietet Softwarelösungen für Vertriebsangestellte. Die beiden Unternehmen würden bereits seit einigen Jahren im Rahmen einer Distributionsvereinbarung zusammenarbeiten.
 
Der Deal steht noch unter Vorbehalt der üblichen Genehmigungen. Ein Abschluss wird für das zweite Quartal 2018 erwartet. Die Callidus-Lösungen würden auch in Zukunft offen für die Integration in Installationen von Drittanbietern bleiben, so die Mitteilung aus Walldorf.
 
Nach Abschluss der Transaktion sollen die CallidusCloud-Produkte innerhalb von SAP-Hybris und damit als Teil der SAP Cloud Business Group konsolidiert werden. Das bestehende Management von Callidus bleibe an Bord.
 
Zum Callidus-Portfolio gehören Lösungen für Vertriebsmitarbeiter, etwa für das Sales Performance Management (SPM) und für Configure-Price-Quote (CPQ). Das 1996 gegründete US-Unternehmen biete eine vollständige Suite mit SPM- und CPQ-Lösungen, die auch die Bereiche Sales Enablement, Sales Analytics und Customer Engagement abdecken würden. Damit stärke SAP die Position im CRM-Bereich. Die bestehenden SAP-Vertriebslösungen werden etwa um die Bereiche Vertriebsplanung und -prognose, Gebietsmanagement und Pipeline-Management erweitert.
 
Kaum Wachstum im Q4 zu verzeichnen
SAP gab heute auch das Bilanzergebnis bekannt. 2017 hat das Unternehmen einen Umsatz von 23,46 Milliarden Euro erzielt, was im Vergleich zu 2016 einem Wachstum von sechs Prozent entspricht. Das operative Ergebnis legt um zwei Prozent zu und belief sich auf 6,77 Milliarden Euro.
 
Obwohl das Cloud-Geschäft im Q4 um 21 Prozent zulegte, kann SAP damit das schrumpfende Business mit den traditionellen Lizenzen kaum wettmachen. Der Bereich Softwarelizenzen und -Support ist nach wie vor die grösste Umsatzquelle der Walldorfer. Insgesamt stieg der Umsatz von SAP im vierten Quartal nur um ein Prozent auf 6,81 Milliarden Euro. Dies lag unter den Erwartungen von Analysten. Der Betriebsgewinn stagnierte bei 2,36 Milliarden Euro.
 
SAP wolle nun die Marge konstant vergrössern, sagte CEO Bill McDermott laut 'FAZ'. Dies solle aber nicht durch weitere Zukäufe geschehen. Die Callidus-Übernahme sei nicht der Beginn einer einer Akquisitionswelle, zitiert die Zeitung McDermott. Man strebe weiter organisches Wachstum an.
 
Per Ende 2017 beschäftigte SAP etwas über 88'500 Mitarbeitende – fünf Prozent mehr als vor einem Jahr. (kjo)