Neuer Swisscom-GAV sieht mehr Weiterbildung vor

Der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) von Swisscom ist Ende 2017 ausgelaufen, deshalb wurden zwischen der Gewerkschaft Syndicom, dem Personalverband Transfair und Swisscom Verhandlungen geführt. Diese seien nun zu einem "erfolgreichen Abschluss" gelangt, wie die Sozialpartner in einer gemeinsamen Mitteilung schreiben.
 
Das Kerngeschäft des blauen Riesen sei unter Druck, der Markt gesättigt. Gleichzeitig bringe die Digitalisierung fundamentale Veränderungen, so die Mitteilung. Vor diesem Hintergrund müsse der GAV weiterentwickelt und den Marktgegebenheiten angepasst werden. Die wichtigsten Änderungen sind folgende:
 
Der Mutterschaftsurlaub werde von 17 auf 18 Wochen erhöht. Auch die frisch gebackenen Väter können neu nach der Geburt eines Kindes drei Wochen zu Hause bleiben. Das ist eine Woche mehr als bisher. Zusätzlich haben Väter neu Anrecht auf einen Monat unbezahlten Urlaub während des ersten Lebensjahres ihres Neugeborenen.
 
Desweiteren haben sich die Verhandlungspartner auf mehr Weiterbildung für die Beschäftigten geeinigt. Angesichts der Veränderungen durch die Digitalisierung haben die Swisscom-Mitarbeiter neu Anspruch auf fünf Weiterbildungstage pro Jahr.
 
Im bisherigen GAV habe es keinen solchen festen Anspruch gegeben, auch wenn Swisscom die Weiterbildung ihrer Angestellten stets unterstützt habe, sagte Sprecherin Annina Merk auf Anfrage der Depeschenagentur 'sda'. Zudem werde der Ferienanspruch gestaffelt nach Alter ab dem 35. Lebensjahr erhöht.
 
Der Gesamtferienanspruch von bis zu 30 Tagen bleibe allerdings erhalten. Neu werde das Recht auf Nichterreichbarkeit während der Freizeit auch im GAV verankert, hiess es.
 
Der neue GAV tritt am 1. Juli 2018 für drei Jahre in Kraft mit Option auf eine einjährige Verlängerung. Rund 14'600 Swisscom-Mitarbeitende und rund 900 Lehrlinge sind dem Vertrag unterstellt, sagte Merk. Die Tochtergesellschaft Cablex habe einen eigenen GAV. (sda/ts)