PH-Dozenten lernen künftig auch programmieren

Schweiz kriegt ersten Master-Studiengang Fachdidaktik für Medien und Informatik.
 
Eine nicht zu unterschätzende Herausforderung des Medien- und Informatikunterrichts im Rahmen des Lehrplans 21 ist die Ausbildung der Lehrkräfte. Damit diese künftig die teils komplexen Inhalte sachgerecht vermitteln können, haben nun vier Partnerhochschulen einen neuen Studiengang ins Leben gerufen: Der Masterstudiengang richtet sich an die künftigen Lehrer der Lehrer. Sie sollen nach Erwerb des Titels "Master of Arts in Fachdidaktik Medien und Informatik" an den Pädagogischen Hochschulen Lehrkräfte ausbilden sowie Lehrmittel entwickeln und Schulen beraten können.
 
Der Masterstudiengang gliedert sich in drei thematische Bereiche:
 
In den fachdidaktischen Studien befassen sich die Studierenden mit dem Lehren und Lernen von fachbezogenen Inhalten, also insbesondere mit Medienbildung und Informatikunterricht. Dabei sollen sie Lern- und Lehrprozesse analysieren und evaluieren lernen. Im Rahmen der Fachdidaktik werden die Studenten auch praktisch an Lehr-, Entwicklungs- und Forschungsprojekten mitarbeiten.
 
In den erziehungswissenschaftlichen Studien werden die Grundlagen der allgemeinen Didaktik und der Pädagogischen Psychologie vermittelt.
 
Der fachwissenschaftliche Teil wird die Bereiche Medien- und Kommunikationswissenschaft sowie Informatik beinhalten. Hier befassen sich die Studierenden etwa mit den Problemstellungen, Theorien, Modellen und Hauptbefunden des Medienbereichs. Im Informatik-Teil sollen sie zentrale Bausteine kennenlernen und grundlegende Konzepte erproben.
 
Martin Hermida, Leiter des Studiengangs, präzisiert auf Nachfrage von inside-it.ch den Inhalt des Informatikteils: Im Modul Algorithmen, Daten & Programmieren sollen die Studierenden beispielsweise Rekursion und Divide-and-Conquer sowie die Grundlagen der Programmierung an praktischen Beispielen mit der Programmiersprache Python sowie einer zweiten Programmiersprache erlernen. "Ebenfalls erlernen die Studierenden den Umgang mit strukturierten Daten (Bäume, Stack und Queue). Im Modul Internet befassen sich die Teilnehmer dann zum Beispiel mit Themen wie Cloud-Computing, Internet of Things, Client/Server, Peer2Peer oder Streaming", so Hermida.
 
Die Ausbildung soll in der Regel drei Jahre dauern, in denen die Teilnehmer mindestens 90 ECTS-Punkte erwerben müssen. Die stundenmässige Aufteilung des Unterrichts wurde noch nicht im Detail festgelegt, wie Hermida erklärt. Der effektive Arbeitsaufwand der verschiedenen Bereiche lasse sich aber ohnehin besser an den Kreditpunkten ablesen. Vorgesehen sind 60 für den fachdidaktischen Bereich, jeweils 16 für die beiden Teile der fachwissenschaftlichen Studien und noch acht Punkte für den erziehungswissenschaftlichen Teil.
 
Die Ausbildung richtet sich vorrangig an Bachelor-Absolventen in Erziehungswissenschaften, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Informatik sowie Pre / Primary / Secondary Education. Der Unterricht findet an den vier Partnerinstitutionen statt: Der Pädagogischen Hochschule Schwyz, der Universität Zürich, der Pädagogischen Hochschule Luzern und der Hochschule Luzern. Er soll in der Regel auf zwei Wochentage verteilt sein, damit das Studium berufs- und familienbegleitend absolviert werden kann.
 
Der erste Studienjahrgang startet im Herbst 2018. Anmelden kann man sich noch bis am 30. April auf der Website der PHSZ. (ts)