Neuer Trojaner kann ziemlich alles (auch das Smartphone zerstören)

Hinter diesen Icons soll sich Loapi verbergen (Grafik: Kaspersky)
"Loapi" heisst ein Android-Trojaner, der von seinen Entdeckern, Kaspersky, als "ungewöhnlich und mächtig" bezeichnet wird. Ungewöhnlich sei die Malware aus drei Gründen: Erstens können mit dem Trojaner "nahezu beliebig" schädliche Aktionen ausgeführt werden. Dies sei keine Marketingfloskel. Die Einsatzmöglichkeiten sollen von unerwünschter Werbung über das Abonnieren von Pay-Services und SMS-Betrug bis hin zum Mining von Kryptowährungen und zur Durchführung von DDoS-Attacken reichen, so Kaspersky.
 
Weil Loapi multimodular aufgebaute mobile Malware sei, könne man sie zweitens vielfältig "upgraden" und um neue Funktionen erweitern.
 
Und drittens, das ist ebenfalls sehr ungewöhnlich, kann Loapi das Smartphone zerstören, weil der Akku so heiss läuft. "Auf einem zufällig ausgewählten Gerät erzeugte die Malware eine derartige Auslastung, dass sich dessen Akku bis zu seiner Deformation" erhitzte, schreibt Kaspersky.
 
Dass man seine Admin-Rechte von der Malware zurückkriegt, ist offenbar auch nicht ganz einfach. Dieser Schädling wehre sich "aggressiv" gegen den User, "indem er das Display blockiert und das entsprechende Fenster schliesst."
 
Kaspersky Lab sieht einen Zusammenhang zwischen Loapi und dem Schädling Trojan.AndroidOS.Podec, so die Mitteilung weiter. Das war ein 2015 entdeckter und einer der bei Kriminellen beliebtesten Trojaner, der Zahlabos abschliessen und Captcha umgehen konnte.
 
Loapi wird in Werbekampagnen als Antivirus-Lösung oder Erwachsenen-App getarnt unter die Leute gebracht. Diese allerdings seien nicht im Play Store zu finden. (mag)