Raiffeisen Rainbow: Migrationstermin wackelt

Die Banken sind ready, die Software-Plattform noch nicht. Raiffeisen hofft noch immer, am 1. Januar eine erste Welle von Genossenschaftsbanken auf die neue Software migrieren zu können.
 
Die Ablösung der alten Bankensoftware Dialba durch Avaloq bei den Raiffeisen-Banken gibt weiterhin zu reden. Ursprünglich wollte man sämtliche der über 250 Raiffeisen-Banken in der Silvester-Nacht von 2017 auf 2018 auf die neue Avaloq-Plattform migrieren. Diesen Plan gab man schon im Frühjahr 2017 auf, wie Raiffeisen-COO Rolf Olmesdahl im Interview mit inside-it.ch sagte. Noch diesen Juni plante man, die grosse Flotte von relativ kleinen Genossenschaftsbanken in Wellen auf das neue System zu setzen. Per 1. Januar 2018 sollten es erstmal 60 Banken sein.
 
Doch auch dieser Plan wankt. Nur ein paar einzelne, kleinere Raiffeisenbanken würden per 1. Januar auf die neue Plattform migriert, will Inside Paradeplatz heute wissen.
 
Doch auch dies ist nicht sicher. Raiffeisen hat die Software-Plattform und die Prozesse in den Banken in so genannten "Rainbow-Fit-Wochen" getestet und die Migration vorbereitet. Die Banken scheinen für die Umsetzung des Monsterprojekts "Rainbow" bereit zu sein. "Die Banken-Readiness konnte erreicht werden," schreibt uns Raiffeisen-Sprecherin Cécile Bachmann. Für die Software-Plattform gilt dies aber nicht. "Die Plattform-Readiness ist zum Ende der Rainbow-Fit-Wochen noch nicht im geforderten Masse gegeben. Bis zum Jahresende wird deshalb weiterhin mit Hochdruck daran gearbeitet, die nötige Plattform-Readiness zu erreichen, die es für eine erfolgreiche Migration auf den 1. Januar 2018 hin braucht", so Bachmann.
 
Deshalb verfolgt man das Projekt weiter, hat aber noch nicht definitv beschlossen, über Silvester die ersten Banken zu migrieren. Das Steering-Comitee will am 22. und am 29. Dezember den Projektstand noch einmal beurteilen. "Angestrebt wird noch immer, eine erste Welle von Banken am 1. Januar 2018 einzuführen", so Bachmann.
 
Auch werde man nicht wie ursprünglich geplant, 60 Raiffeisen-Banken auf die neue Plattform hieven, so die Banksprecherin. Aber man wolle eine repräsentative Grösse erreichen.
 
Den Leuten von Arizon, einem IT- und BPO-Joint-Venture von Raiffeisen und dem Software-Hersteller Avaloq wie auch den Mitarbeitern der Banken, die über Silvester (vielleicht) auf die neue Software-Plattform migrieren, steht ein unruhiges Jahresende bevor.
 
Das Projekt Rainbow ist sowohl für Avaloq wie auch für Raiffeisen ein Meilenstein. Avaloq kann damit beweisen, dass das System auch für eine grosse Flotte von Retailbanken geeignet ist. Und die Raiffeisen-Banken werden endlich das Uralt-System Dialba los. Das Riesenprojekt verschlingt rund eine halbe Milliarde Franken. (hc)