Infosys findet Nachfolger für CEO-Sikka

Ein Infosys-Gebäude in Thiruvananthapuram, Indien. (Source: Binoyjsdk unter CC-3.0-Lizenz.)
Der IT-Riese ernennt den Capgemini-Manager Salil Parekh zum neuen Konzernchef.
 
Der indische IT-Dienstleister Infosys, der auch in der Schweiz viele Grosskunden zählt, macht den früheren Capgemini-Manager Salil Parekh zum neuen Konzernchef. Parekh ist der zweite Infosys-Chef, der nicht aus der Riege der Firmengründer stammt. Parekh, der über zehn Jahre bei Capgemini war, steht nun vor der Aufgabe, das in Unruhe geratene Unternehmen wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Nach dem Abgang von Vishal Sikka kam es zu Machtkämpfen in der Unternehmensführung. Sikka, ein früherer SAP-Manager, hatte im August seinen Hut genommen, anschliessend verliessen mehrere Verwaltungsräte den indischen IT-Dienstleister. Zuvor haben die Infosys-Gründer und der CEO einen öffentlichen Streit ausgetragen. Unter anderem wurde die Lohnerhöhung von Sikka kritisiert oder seine Nutzung von Privatjets.
 
Parekh beginnt seine fünfjährige Amtszeit bei Infosys im Januar. Er hat seit dem Jahr 2000 für die französische Beratungsfirma Capgemini gearbeitet. Dort trug er zum Ausbau des Indiengeschäfts bei und galt einst als möglicher Nachfolger von Konzernchef Paul Hermelin. Er verantwortete unter anderem das Kerngeschäft mit Application Services in den wichtigen Märkten Nordamerika und Grossbritannien sowie die Cloud-Services- und Cloud-Infrastruktur-Geschäfte des Unternehmens. Daneben stand er Sogeti vor, eine Capgemini-Business-Unit, die auf die digitale Transformation fokussiert ist.
 
Als neuer CEO muss Parekh wieder Wachstum erzielen und dies, wie 'Reuters' schreibt, ohne die Gründer zu verärgern. Diese besitzen rund zwölf Prozent des indischen IT-Unternehmens. Seine Priorität sei es, die "Geschäftskontinuität zu garantieren, ohne das Boot zum Schaukeln zu bringen", wie die Nachrichtenagentur aus einer Information an Kunden und Partner zitiert. (kjo/sda)