Autodesk schliesst Standort Neuenburg

Der CAD-Spezialist Autodesk plant eine Entlassungsrunde. Der Europa-Hauptsitz in Neuenburg wird geschlossen Über 230 Mitarbeitende sind betroffen.
 
Das US-Softwareunternehmen Autodesk schliesst den Standort Neuenburg. Autodesk ist seit 1991 in Neuenburg und unterhält dort den europäischen Hauptsitz. Dieser soll nun bis Mitte 2018 liquidiert werden. Die meisten Business-Funktionen, inklusive dem Rechnungswesen und die Abteilung, die die Software lokalisiert, sollen in andere europäische Standorte verlegt werden, so die Pressestelle des Konzerns zu 'Le Temps'.
 
Die Mitarbeitenden von Autodesk in Neuenburg wurden gestern Vormittag informiert. Ein Konsultationsverfahren ist eingeleitet, wie das Unternehmen am Mittwoch einen Bericht von 'Arcinfo', der Online-Version von 'L'Impartial', bestätigte. Betroffen sind voraussichtlich mehr als 232 Angestellte.
 
Die Schliessung ist dabei gemäss Autodesk Folge einer Umstrukturieung. Statt alle globalen Geschäftsfunktionen in Europa zu konzentrieren, werde Autodesk diese Funktionen künftig auf mehrere Standorte verteilen, sagte ein Unternehmenssprecher gegenüber der Nachrichtenagentur 'sda'. Die neue Strategie beinhaltet die Eröffnung eines neuen Standorts in Dublin. Autodesk wird künftig aus Irland die zentralen Dienste für die Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) anbieten.
 
Das Softwareunternehmen, das aus Kalifornien stammt, betreibt in Neuenburg von Anfang an sein europäisches Service Center. Die Ansiedlung des Unternehmens wurde damals als Erfolg des Standortmarketings des Kantons gewertet. Erst vor kurzem hat ein weiteres US-Hightech-Unternehmen, Medtronic, die Schliessung des Neuenburger Standorts angekündigt.
 
Stellenabbau konzernweit
Noch 2014 versicherte der CAD-Hersteller der welschen Presse, man bleibe in Neuenburg. Dies nachdem 2014 elf, zwei Jahre zuvor 15 Mitarbeitende entlassen worden waren.
 
Autodesk verlegt nicht nur die Europazentrale ins Tiefsteuerland Irland und an andere Standorte, sondern baut konzernweit massiv Stellen ab. Anlässlich der Veröffentlichung der jüngsten Quartalszahlen, kündigte Autodesk an, ingesamt 1150 Stellen zu streichen. Über ein Zehntel der Belegschaft muss damit gehen.
 
Der CAD-Marktführer Autodesk verliert seit 2015 Geld. Er leidet unter den Schwierigkeiten der Transformation von einem profitablen Software-Lizenzverkäufer hin zu einem SaaS-Anbieter.
 
Im dritten Quartal setzte Autodesk 515 Millionen Dollar um. Der Verlust betrug 120 Millionen Dollar. (hc / sda)