Das sind die reichsten ICT-Leute der Schweiz

Alljährlich veröffentlicht die Zeitschrift 'Bilanz' eine Liste der 300 reichsten Menschen und Familien (das fällt beim Wirtschaftsmagazin in eins) der Schweiz. Diesen kann man dann je nach Gusto zujubeln, ein bisschen neiden oder Pläne schmieden, um dereinst an eben deren Stelle in der Bilanz-Liste aufgeführt zu werden. Generell geht es ihnen nicht schlecht: Dieses Jahr legten etwa die zehn Reichsten 18 Milliarden zu und besitzen nun zusammen 201 Milliarden Franken.
 
Unter den reichsten fünf Menschen der Welt finden sich zwar Bill Gates, Jeff Bezos und Mark Zuckerberg. In der beschaulichen Schweiz findet man aber keinen ICT-Unternehmer in den Top Zehn und die meisten Superreichen haben ihr Geld auch nicht in der ICT-Branche verdient.
 
Ein guter Teil hat sein Geld zudem auch nicht hierzulande eingenommen, sondern hier ein "steueroptimiertes" Domizil gefunden. So etwa Green.ch-Besitzer Patrick Drahi, der sein Geld im Telco- und IT-Bereich verdient hat. Er wird von 'Bilanz' zu den Absteigern gezählt: Der israelisch-französische Geschäftsmann mit Wohnsitz in Zermatt hat im vergangenen Jahr eine Milliarde verloren und besitzt nun noch acht bis neun Milliarden Franken.
 
In dieselbe Kategorie fallen die Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals und seine Frau, die ebenfalls eine Milliarde Verlust zu beklagen haben. Ihr Vermögen beläuft sich noch auf zwei bis 2,5 Milliarden Franken. Das Vermögen der Familie Kellerhals dürfte an der Aufspaltung des Metro-Konzerns und rechtlichen Querelen leiden.
 
Ganz trennscharf lassen sich die ICT-Milliardäre nicht bestimmen, da in vielen Bereichen – etwa im Banking oder den Medien, ganz zu schweigen von den Investoren – IT eine immer wichtigere Rolle spielt. Im Folgenden deshalb ein vermutlich nicht ganz vollständiger Überblick über die reichen Geschäftsleute, Erben und Investoren, die ihr Vermögen hauptsächlich im ICT-Bereich erzielt haben.
 
Familie Coninx (1,5 bis 2 Milliarden) ist mit dem Tamedia-Verlag zwar hauptsächlich in der IT-intensiven Medienbranche zu Hause, besitzt dadurch aber auch E-Commerce-Marken wie Jobcloud, Homegate, Ricardo.ch und Starticket. (Der Vollständigkeit halbe muss man dann hier etwa auch die Familie Ringier (900 Mio. bis 1 Mia.) oder Jürg Marquard (400 bis 450 Millionen) erwähnen).
 
Eugen von Rubinberg (600 bis 700 Millionen) ist mit der Echtzeit-Übersetzungs-App Drotr neu in die Liste vorgestossen.
 
Francisco Fernandez (450 bis 500 Millionen) von der Software-Schmiede Avaloq hat im Vergleich zu vor zwei Jahren rund 50 bis 100 Millionen Vermögen eingebüsst.
 
André Kudelski (450 bis 500 Millionen) ist Gründer des welschen Verschlüsselungs- und Security-Unternehmens Kudelski.
 
Daniel Borel (350 bis 400 Millionen) konnte als Gründer von Logitech mit deren Aktien sein Vermögen ausbauen.
 
David Marcus (250 bis 300 Millionen) hat mit GTN, Echovox und Zong mehrere Startups gegründet. Mit dem letzteren, einem Internetbezahldienst, das er im Silicon Valley ansiedelte, hat er viel Geld gemacht.
 
Niklas Östberg (100 bis 150 Millionen) hat sein Geld mit der Internetplattform Delivery Hero für Essenslieferungen verdient.
 
Claudio Cisullo (100 bis 150 Millionen) wurde als Reseller und IT-Dienstleister reich und ist heute unter anderem an Beschaffungsfirma ChainIQ beteiligt.
 
Nicht aufgeführt sind Investoren, die entweder einen Teil ihres Portfolios in ICT-Unternehmen halten, wie etwa Daniel Aegerter (500 bis 600 Millionen) oder die Erben Haefner (8 bis 9 Milliarden), oder vom Verkauf eines im weiteren Sinne ICT-Unternehmens in den vergangenen Jahren profitiert haben, wie etwa Walter Fust (800 bis 900 Millionen) oder Alain und Victoria Chuard (300 bis 350 Millionen). (ts)