Schweizer Online-Handel wächst… und die Chinesen kommen (langsam)

Die Kernaussagen aus zwei neuen Studien zum Schweizer E-Commerce.
 
Rund 700 Millionen Franken würden Schweizer Konsumenten mehr im Online-Handel im laufenden Jahr ausgeben als noch 2016. Das ist ein Wachstum von rund neun Prozent, wie das Marktforschungsinstitut GfK in einer Mitteilung zu ihrer aktuellen Prognose schreibt. Damit liegen die Gesamtausgaben 2017 bei 8,5 Milliarden Franken.
 
Für die Schweizer Händler sind die Nachrichten aber nicht ganz so rosig: Hierzulande konnten die Online-Händler laut GfK Waren für rund 400 Millionen Franken mehr absetzen als im Vorjahr und damit sechs Prozent zulegen. Der Direktimport wachse hingegen um satte 20 Prozent, was 300 Millionen Franken entspricht. Damit werde nun jeder fünfte Online-Franken im Ausland ausgegeben. Das GfK sagt: Tendenz steigend.
 
Heute haben zudem die Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) und die Schweizerische Post ein E-Commerce-Stimmungsbarometer für den B2C-Bereich veröffentlicht. Aus diesem geht hervor, dass bereits 15 Prozent der Schweizer bei AliExpress einkaufen – im Vorjahr waren es noch elf Prozent. Zulegen konnte aber auch Siroop, wo letztes Jahr erst drei Prozent der Schweizer gelegentlich einkauften und dieses Jahr ein Prozent oft und zehn Prozent gelegentlich.
 
Insgesamt kaufen laut Umfrage 72 Prozent aller Schweizer mindestens einem im Monat in einem Onlineshop ein. Am beliebtesten sind derzeit Ricardo.ch und Amazon, die von 84 beziehungsweise 77 Prozent aller Online-Einkäufer frequentiert werden.
 
Kein Gratisversand? Kein Einkauf!
Am wichtigsten war den Kunden eine zweckmässige Abwicklung der Bezahlung sowie ein Gratisversand. Zudem schätzen 81 Prozent die Vergleichbarkeit von Produkten. Als wichtigste Gründe für einen Kaufabbruch nannten die Befragten fehlende Lieferoptionen, versteckte Kosten sowie fehlende Zahlungsmethoden.
 
Das mobile Shopping werde immer wichtiger, geht aus der Umfrage hervor: 2015 hatten noch 17 Prozent angegeben, das Smartphone oft zum Einkaufen zu nutzen, dieses Jahr waren es bereits 33 Prozent. Weitere 25 Prozent sagten, dass sie das Handy gelegentlich zum Shoppen nutzen.
 
Die Hochrechnung der GfK basiert auf einem Distanzhandelsmonitor, der rund die Hälfte des Umsatzvolumens von Schweizer Händlern abdeckt. Für das Stimmungsbarometer von HWZ und Post wurden 12'000 Personen aus den drei grossen Sprachregionen befragt. (ts)