Avaya will noch 2017 aus Insolvenzverfahren raus sein

Der Telekom-Anbieter Avaya, der Anfang Jahr wegen Überschuldung Insolvenz anmeldete, will möglichst noch in diesem Jahr den Ausstieg aus dem Konkursverfahren nach US-Recht ("Chapter 11") schaffen. Nach ersten Einigungsschritten im August mit der US-Regierung, respektive der US Pension Benefit Guaranty Corporation (PBGC), wurde Ende Oktober das weitere Vorgehen bekannt. Demnach war mit einer sogenannten "Global Resolution" weltweit ein Konsens mit den wichtigsten Gläubigern gefunden worden, wie mitgeteilt wurde. Unter anderem geht es dabei um einen langfristig abgesicherten Kredit von 2,9 Milliarden Dollar.

Insgesamt sei nun rund die Hälfte der in den Bilanzen schlummernden Schulden von über sechs Milliarden Dollar abgesichert. Die überarbeitete Kapitalstruktur werde allein bei den Zinszahlungen Einsparungen von 200 Millionen Dollar gegenüber dem Jahr 2016 ermöglichen, hiess es. Am 28. November beginnt vor einem US-Konkursgericht in New York die Anhörung zur Bestätigung dieses zweiten Exit-Plans von Avaya.
 
Umbau bringt Partnern grössere Freiheiten
An seiner gerade erst zu Ende gegangenen, fünfzigsten Partner-Konferenz in Nizza unterstrich Avaya die Bedeutung des Channels auf dem Weg aus dem Chapter-11-Verfahren. Angereist waren 260 Partner und Distributoren aus 32 Ländern. Ihnen wurde für die Zukunft vorhergesagt, dass sie sich wieder auf Wachstum und Gewinn fokussieren können.
 
Der Umbau von Avaya werde ein offenes Ökosystem mit sich bringen, die Abläufe vereinfachen und Innovationen fördern, sagten die Channel-Verantwortlichen von Avaya in Südfrankreich. So würde nicht zuletzt mit den neuen Darlehen eine grössere Freiheit bei der Preisgestaltung möglich. (vri)