Bechtle strahlt - aber nicht in der Schweiz

Trotz hohen Investitionen kann der Bechtle-Konzern den Gewinn schneller steigern als den Umsatz. Folie aus der Präsentation der Quartalszahlen von heute.
Bechtle legt konzernweit hervorragende Zahlen vor, stagniert aber in der Schweiz. Bechtle steigt ins 3D-Druck-Business mit HP ein.
 
Der paneuropäische IT-Dienstleister und E-Commerce-Anbieter Bechtle hat einen hervorragenden Sommer hinter sich. Offenbar hat Bechtle alles richtig gemacht und profitiert nun vom Aufschwung in Deutschland und der EU. Der konzernweite Umsatz von Bechtle stieg im Sommerquartal (Juli bis September) um 19,7 Prozent auf 874 Millionen Euro. Der Gewinn auf EBIT-Stufe legte sogar um 21 Prozent zu.
 
Noch besser lief es in Deutschland, so Konzernchef Thomas Olemotz in einer Telefonkonferenz heute Morgen. Der Umsatz im für Bechtle wichtigsten Land stieg um 21 Prozent, der E-Commerce-Umsatz legte sogar um ein glattes Viertel zu. Offenbar investieren deutsche Firmen zur Zeit massiv in IT und Bechtle gelingt es gleichzeitig Marktanteile zu gewinnen.
 
Auch in der Schweiz ist Bechtle gewachsen und zwar um 14 Prozent, wie Olemotz auf unsere Frage sagt. Das Wachstum stammt allerdings aus der Übernahme von Steffen Informatik im Juni 2016. Bechtle hat im dritten Quartal in der Schweiz "organisch", also ohne die Zahlen von Steffen, "nicht signifikant dazu gewonnen, aber auch nicht signifikant verloren", so Olemotz etwas sibyllinisch.
 
Die Entwicklung habe die Übernahme von Steffen bestätigt, sagt Olemotz. "Wir sind ein starker Player in der Schweiz. Sowohl Bechtle alleine wie auch Steffen alleine hätten das Wachstum von 14 Prozent nicht erreicht.".
 
Er sei zufrieden mit der Entwicklung von Bechtle Schweiz, betont Olemotz. Die Neuorganisation sei strukturell umgesetzt und man arbeite nun daran, das Lösungs- und Leistungsportfolio zu verbreitern, so der Konzern-Chef. Das Schweizer Systemhausgeschäft von Bechtle wurde im Frühsommer 2016 von Problemen im Management geschüttelt.
 
Bechtle baut 3D-Druck-Business in Deutschland auf
Bechtle baut in Deutschland (und der Schweiz) nicht nur ein eigenes Cloud-Business auf, sondern investiert auch massiv in 3D-Druck. Bechtle ist nur einer von drei Partnern von HP im 3D-Druck in Deutschland. Der Konzern hat ein 3D-Democenter in Süddeutschland aufgebaut.
 
Der Start in das Business ist offenbar gelungen, denn gemäss Olemotz konnte man in sehr kurzer Zeit bereits sechs Druck-Systeme und Dienstleistungen dazu verkaufen. Jetzt will Bechtle ein weiteres Democenter in Norddeutschland aufziehen.
 
Entscheidend für den Erfolg in dem potentiellen Zukunftsmarkt ist gemäss Olemotz, dass Bechtle CAD-Spezialist (SolidWorks) ist und bereits heute schon Zugang zu den richtigen Abteilungen und Personen bei den potentiellen Kunden hat. (Christoph Hugenschmidt)
 
Hinweis: Bechtle versucht, mit 3D-Druck einen neuen Markt zu entwickeln. Was macht Ihre Firma, um in Zeiten der Digitalisierung im Geschäft zu bleiben. Welche Geschäftsmodelle funktionieren, welche nicht? Antworten gibt es am Inside Channels Forum am 1.2. in Aarau. Hol Dir Dein Ticket!