Nutanix packt mehr Public-Cloud-Features in sein OS

Objektspeicher, unabhängig bereitstellbare Rechenressourcen, App-Marktplätze: Das Enterprise Cloud OS soll AWS und Co. ähnlicher werden.
 
Nutanix hat an seiner Kunden- und Partnerkonferenz .Next in Nizza neue Features für sein Enterprise Cloud OS angekündigt. Diese sollen, so Nutanix-Vertreter, den Unterschied zwischen der Benutzung von Nutanix-Infrastruktur als Private Cloud und der Nutzung einer Public Cloud wie AWS, Azure oder Google kleiner machen. Die drei wichtigsten Ankündigungen sind die Unterstützung von objektbasiertem Speicher, unabhängig skalier- und zuteilbare Compute-Ressourcen sowie integrierte Services für App-Marktplätze.
 
Enterprise Cloud OS ist die Software von Nutanix zur Implementierung und zum Management von hyperkonvergenter Infrastruktur. Sie kann auf Nutanix-Appliances, der Hardware von OEM-Partnern wie Dell EMC, Lenovo oder IBM sowie "qualifizierter" Hardware von HPE oder Cisco betrieben werden.
 
Es gehe darum, das Enterprise Cloud OS zu befähigen, die gleiche Einfachheit und Flexibilität wie eine Public Cloud zu bieten, so Greg Smith, Vice President für Product Marketing bei Nutanix. Sein Unternehmen vertreibt seine Produkte zu hundert Prozent über Partner, und viele davon, so fügte Smith gegenüber 'CRN' an, hätten sich die neuen Features sehr gewünscht. Man werde in Kürze damit beginnen, den Partnern Tools und Trainings für die neuen Enterprise-Cloud-OS-Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen.
 
Mit den angekündigten Features nimmt Nutanix vor allem Entwickler beziehungsweise Kunden mit eigenen Entwicklungsabteilungen ins Visier. Zum Beispiel Swisslos. Joris Vuffray, Leiter Netzwerk- und Systemmanagement beim Schweizer Lotterieunternehmen, taucht in einer Nutanix-Medienmitteilung prominent als Zitatgeber auf: "Unsere Applikationsentwickler benötigen eine ganze Palette an Services, um unsere Kernanwendungen zu entwickeln. Nutanix Enterprise Cloud OS bietet uns einen kompletten Cloud-Stack, der unsere Entwickler 'glücklich macht'. Gleichzeitig behalten wir damit die Kontrolle und vorausschauende Planungsfähigkeit, die wir in unserer Cloud-Umgebung benötigen."
 
Die neuen Features befinden sich allerdings noch in der Entwicklung. Darüber, wann sie erhältlich werden und was sie kosten sollen, wollte Nutanix noch keine Angaben machen.
 
Objekt-basierter Speicherservice
Objekt-basierter Speicher gehört heute zum Standardportfolio von Cloud-Riesen wie AWS und Co. Durch die Integration ins Enterprise Cloud OS, zusätzlich zu file- und blockbasiertem Speicher, solle vor allem die Unterstützung von Anwendungen, die grosse Mengen an unstrukturierten Daten nutzen, verbessert werden, so Nutanix. Dazu gehören Anwendungen für Big Data Analytics oder Data Warehouse und sehr grosse IoT-Implementierungen. Der "Acropolis Object Storage Service" werde "Milliarden von Objekten in einem einzigen Namensraum sammeln, speichern und verwalten" können. Laut Nutanix wird es auch eine AWS-S3-kompatible Schnittstelle geben.
 
Flexible Rechenressoucen
Der angekündigte Service "Acropolis Compute Cloud" basiert auf dem Nutanix-eigenen Hypervisor. Und er widerspricht etwas dem ursprünglichen Hyperkonvergenz-Konzept. Denn er unterstützt, so Nutanix, den Einbau von reinen Compute-Knoten in Nutanix-Implementierungen. So könnten IT-Manager Anwendungsentwicklern neu auch reine Rechenkapazität als konsumierbare Ressource zur Verfügung stellen.
 
Marktplatz
Die neuen App-Marketplace-Dienste sollen als Teil von Nutanix Calm bereitgestellt werden. Calm wurde im Juni vorgestellt und ist eine Lösung zur Automatisierung und Orchestrierung von Anwendungen in Multi-Cloud-Umgebungen. Mit dem App Marketplace kann man laut Nutanix neue und bestehende Anwendungen mittels Standard-basierender "Blaupausen" definieren und anschliessend auf dem Marktplatz veröffentlichen. User können sie dann im Selbstbedienungsmodell beziehen. (Hans Jörg Maron)