Kleiner Fehler führt zu grosser Internetstörung in USA

Rot heisst "down": betroffene Gebiete (Quelle: downdetector.com)
Vor knapp einem Jahr zwang ein massiver DDoS-Angriff auf den Tier-1-Network-Dienstleister Dyn viele US-Grössen in die Knie. Am Montag war es erneut soweit: Während vollen 90 Minuten war das Internet zu Bürozeiten in weiten Teilen der USA durch Totalausfälle beeinträchtigt. Und unter den bedeutenden Opfern fanden sich insbesondere die ISPs Comcast, Spectrum und Verizon, wie die Unternehmen bestätigten.
 
Comcast fiel US-weit aus und auch Slack, Gmail und Webex, so Experten von der Networking- und Internet Routing-Firma 'ThousandEyes'. Comcast ist laut Eigenangaben der grösste ISP für Private in USA.
 
Auch Microsoft Azure rapportierte Probleme in der Region "North Central US", und aus Europa und Asien sollen laut 'The Register' Störungen gemeldet worden sein.
 
Diesmal war aber offenbar keine Attacke schuld, so 'Wired', sondern eine Fehlkonfiguration bei Level 3, einer Internet-Backbone-Firma und einem Enterprise-ISP. "Unser Netzwerk hat einen Serviceunterbruch erlebt, von der einige Kunden mit IP-basierten Diensten betroffen waren", sagte das Unternehmen. "Die Störung wurde durch einen Konfigurationsfehler verursacht." Ein kleiner, menschlicher Fehler also.
 
Offenbar war ein "Route Leak", verursacht durch Level 3, Auslöser der Störungen. Details zum Thema "Route Leak" werden im Blog von 'Thousandeys' erläutert.
 
Route Leaks sind laut dem Network Research Lab nicht Alltag, aber auch nicht selten. Die aktuellsten Zahlen aber stammen aus 2010. (mag)