Brack.ch steigt ins Lebensmittel-Business ein

Der Online-Händler hofft auf Wachstum und den eigenen Bestell-Button. Und heute ist Amazon der Schweiz ganz nahe gerückt.
 
Verderbliche Lebensmittel seien für brack.ch kein Thema, sagte Inhaber Roland Brack letzten Mai an einem Mediengespräch. Gleichzeitig gelte: "Wer im hart umkämpfen Onlinehandel am Ball bleiben will, muss wachsen".

Nun steigt man in Willisau ins Lebensmittelgeschäft ein, um zu wachsen, und dies mit haltbaren Produkten, meldet die 'Luzerner Zeitung'. Competec-Mediensprecher Daniel Rei bestätigt diese Meldung gegenüber inside-channels.ch.: "Brack.ch baut derzeit eine Produktkategorie Lebensmittel auf".
 
Ins Sortiment aufgenommen werden könnten Teigwaren, Getränke oder Erbsli-Büchsen. Was genau, ist noch offen, denn die verantwortliche Senior Product Managerin "Food" hat erst letzten Montag die Stelle angetreten.
 
Klar ist, dass man bei brack.ch auf Gemüse oder Fisch sicher verzichten wird: "Wir haben weder die Logistik dafür, noch die Kühlkette zum Kunden", bestätigt Rei.
 
Kaffee und Tee verkauft brack.ch seit rund zehn Jahren, so genannte "Near-Food"-Produkte seit 2014 und seit diesem Jahr auch haltbare Produkte wie Tierbedarf und Sportnahrung. Der Schritt in den Lebensmittelmarkt liege da "auf der Hand", so Rei. Man geht bei Competec davon aus, dass man bestehende Lieferantenbeziehungen mit dem Food-Segment ausbauen könnte. Aber noch regiert der Konjunktiv.

Seitens der Kunden hofft man, den eigenen Bestell-Button weiter zu verbreiten, mit welchem Kunden heute schon Waren für den täglichen Bedarf bestellen können. Rei sagt "Nahrungsmittel sind eine ideale Sortimentsergänzung dafür".
 
Ein Launchtermin steht noch nicht fest: "Vermutlich 2018", so Rei. Im Moment sucht der Online-Händler einen weiteren Produktmanager.
 
Wann kommt Amazon in die Schweiz?
Man spekuliert seit einiger Zeit, dass Amazon in die Schweiz komme, ob mit AWS oder andern Services, ist unklar. In Deutschland baut der Gigant seinen Online-Lebensmitteldienst Amazon Fresh kontinuierlich aus: Heute startet Amazon laut 'Süddeutsche Zeitung' in München. Man ist also der Schweizer Grenze schon nahe und dies mit 300'000 Produkten, die bis zum Abend geliefert werden, wenn sie bis Mittag bestellt wurden. Und, so der Online-Handel-Blog 'Carpathia', Lebensmittel wären für Amazon ideal für den Markteintritt: "in der Schweiz kann man im Bereich von Lebensmitteln noch Geld verdienen – die Margen sind durchaus attraktiver als in anderen Ländern."

Und Amazon hat im Unterschied zu Brack unter anderem in München eine Kühllogistik aufgebaut und lokale Geschäfte wie Metzger eingebunden. (Marcel Gamma)