Leider Nein (amazing Folge)

Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.
 
Reisen Sie gerne? Mögen Sie Hotelkeller in attraktiven Städten wie Barcelona, Rom, London oder San Francisco oder solche in weniger attraktiven Städten wie Darmstadt, Düsseldorf oder Dallas? Werden Sie Tech-Journalist.
 
Niemand erlebt aufregendere Zeiten als wir in den unterkühlten Hotelkellern in attraktiven oder unattraktiven Städten. Was mit den Städten nichts zu tun hat, denn vom Hotelkeller aus unterscheidet sich Barcelona nicht von Frankfurt oder Dallas, ausser, dass in Dallas der Keller kühler, das Steak hingegen grösser ist.
 
Aber die Aufregung! Die Freude! Die Emotionen! Die Dame, die den Keynote-Speaker einführt, ist excited. Und zwar nicht irgendwie excited, sondern so excited. Und overwhelmed. Grund dazu hat sie genug, denn sie hat incredible announcements zu announcen. Und der CEO findet die Stadt, die angeblich oberhalb des Hotelkellers toll ist, amazing und ist auch ganz excited.

Und dann hat er dem Publikum opportunities zu bieten. Aber nicht irgendwelche langweiligen opportunities. Seine opportunities sind phenomenal opportunities, sein Nachredner hat massive opportunities, der CEO hat dann im Roundtable nach der Keynote, in dem er vor allem mit sich selbst roundtabled, great opportunities for growth.
 
Der CEO ist so proud, dass er einen Partner auf der Bühne begrüssen darf, der übrigens iconic in der Industrie ist. Zusammen announcen sie die neue Partnerschaft, die den brav Zuhörenden – sie ahnen es – huge opportunities for growth eröffnen werden. Die Partnerschaft ist ein game changer und die opportunities sind unbelievable.
 
Dann kommt der Channel-Manager und erzählt, dass er die Partner wirklich liebt, denn die Partnerschaft ist in the heart der Firma und das Arbeiten in einem Ökosystem in der DNA. Und dann ist er excited, weil seine Firma hat genau, aber ganz genau auf die Partner gehört und gemerkt, dass Partner simplification und zwar nicht irgendeine simplification, sondern eine monumental simplification wollen. Also bekommen sie die monumental simplification, was für die Partner value, mehr value, sehr viel mehr value bringt. Und ja, die 35 Zertifizierungen, in die die Partner in den letzten 15 Jahren unendlich viele Mitarbeiterstunden und -Hirnschmalz investiert haben, werden auf 12 reduziert, dafür gibt es sechs neue und alles wird umgetauft und wer die Zertifizierungen verlängern will, hat noch 10 Tage und nachher ist alles andere für den value.
 
Und dann ist Pressekonferenz in einem kühler gekühlten Nebenraum im Keller und es ist great to see you guys, sagt der CEO. Auf Fragen, auf die er mit einem Satz, in dem opportunities vorkommen, antworten kann, sagt er thank you for this question und auf Fragen, auf die er nicht antwortet, sagt er great question. Die transition, sagt der CEO, müsse im heart der strategy der Partner sein und dann gibt es value und ist amazing.
 
Gut, ist auch das Hotelzimmer gekühlt, in das sich der Schreibende zum Schreiben zurück zieht, denn sonst käme er beim Versuch, herauszufinden, was denn nun gesagt worden sei, ins Schwitzen. Great question! Ich versuchs mal mit einer monumental simplification. Sonst wird das nix mit dem Steak. (Christoph Hugenschmidt)