Cisco macht Partnerprogramm platt

Chices Konferenz-Hotel in Dallas Cisco-Branded. Bild: Christoph Hugenschmidt
Cisco reduziert die Anzahl der Spezialisierungen radikal, führt "Migrations-Boni" (auch in der Schweiz) ein und vereinfacht die Registrierung von Deals.
 
Es gibt wohl keine Partner-Konferenz eines US-amerikanischen Herstellers, an der nicht "Simplification" versprochen würde. Die Partnerprogramme der Microsofts, Ciscos und Dells dieser Welt sind bekanntlich byzantinisch.
 
Am Cisco Partner Summit diese Woche in Dallas gelang den Cisco-Oberen eine Steigerung: Sie versprachen "monumental simplification". Konkret wird die Zahl der Mitarbeiter-Spezialisierungen, die Partner vorweisen müssen, um bestimmte Status zu erreichen, radikal reduziert. Statt zehn Spezialisierungen der Stufe "Express" wird es nur noch eine geben. Statt 13 der höheren Stufe "Advanced Architecture" gibt es künftig nur noch fünf. Sämtliche Spezialisierungen "Advanced Technology" werden in die übrig gebliebene "Advanced Architecture" integriert.
 
Zusätzlich gibt es hingegen eine Spezialisierung für die software-based Netzwerk-Technologie von Cisco: Die Master Networking Specialization kann ab März 2018 errungen werden.
 
Cisco-Partner tun gut daran, zu schauen, welche Spezialisierungen ihre Leute haben und wann diese allenfalls zum letzten Mal erneuert werden können.
 
Zudem wird Cisco künftig Branchen-Know-How und -Lösungen anerkennen und im Marketing abbilden. Ab 1. November gilt diese für die Branchen Retail, Manufacturing und Health und für die Partnerstufen Premier Certified, Gold Certified und Master Specialized.
 
Mehr Boni für den Verkauf neuer Technologien
Zudem schräubelt Cisco heftig an der Verteilung der Channel-Gelder. Neu gibt es das "Migration Incentive Program" für Reseller, die es schaffen, ihre Kunden von der Migration bestehender Netzwerk-Installationen auf neue Cisco-Technologien zu überzeugen. Dies gilt für die Migration von Konkurrenz-Produkten auf die neuen Software- und Cloud-gesteuerten Cisco Switches.
 
Um zum Thema Vereinfachung zurückzukehren: Cisco hat die Zahl der bisher 15 Deal-Registrierungen auf zwei reduziert. Dies ermöglicht es Partnern, sich auf den Verkauf statt auf die Deal-Registrierung zu konzentrieren, schreibt Cisco in einer Pressemitteilung. Warum nicht schon früher?
 
Zusätzlich verteilt Cisco Geld für Partner, die mithelfen, wiederkehrende Einkünfte zu schaffen. Die entsprechenden Programme heissen "Lifecycle Advisors Program" und es gibt rückwärtige Rabatte (back-end rebates) für Reseller, die ihre Kunden von Cisco ONE, DNA Advantage, Security-Angeboten, Cisco Stealthwatch und die Identity Services Engines überzeugen.
 
Zu guter Letzt gibt es unter dem Namen VIP Annuity Rabatte für Networking- und DC-Produkte im Abo-Modell.
 
Hier in Dallas nicht erwähnt aber wohl selbstverständlich ist, dass Cisco das Geld für den Verkauf von neuen Technologien im Abo-Modell nicht einfach zusätzlich in den Channel pumpt. Sondern es von den bisherigen Rabatten und Boni holt. (Christoph Hugenschmidt, Dallas)
 
(Interessenbindung: Der Autor wurde von Cisco an die Partnerkonferenz in Dallas eingeladen.)