HPE schnippelt energisch an der Organisation

Die Pipeline von HPE. Grafik: HPE
HPE Next: Reduktion von Management-Levels, Vereinfachung der Sales-Strukturen und Investitionen in IoT. Zudem hat der Konzern einen neuen CIO.
 
HPE hat bekanntlich Grosses vor: Rund 1,5 Milliarden Dollar will der Konzern im Rahmen des gigantischen Programms HPE Next in den nächsten drei Jahren einsparen. Einige Umstellungen auf höchster Managementebene wurden bereits im September bekannt. Im selben Monat sickerte durch, dass HPE rund 5000 der etwa 50'000 Mitarbeiter entlassen will. Am HPE Securities Analyst Meeting von letzter Woche hat der Konzern nun Details zum Programm bekannt gegeben.
 
Weniger Länder, straffere Organisationsstruktur
HPE wird seine Präsenz im Rahmen von HPE Next von 160 Länder auf 76 reduzieren, in denen allerdings 99,5 Prozent des Umsatzes des Konzerns erzielt werden. Die übrigen Märkte werden künftig ausschliesslich über den Channel bedient. Ergänzend werden die Support-Locations reduziert. Heute habe man rund 100 solcher Niederlassungen, diese sollen auf acht Zentren reduziert werden, so Neri während der Präsentation. Auch die Produktionsstandorte werden von 17 auf bloss noch sieben heruntergefahren.
 
Die Organisation soll radikal vereinfacht werden. Man wusste, dass einige Managementschichten abgetragen werden sollen. Das heisst konkret, das zwischen den Country Leads und dem CEO statt sechs bis sieben Levels nur noch derer drei bis vier existieren sollen. Dies bedeutet auch dass die Entscheidungen an die "Front" verlagert werden: Einmal definiert, sollen die Entscheidungen stärker von den Sales in Kundennähe getroffen werden können. Dazu wird auch die Verkaufsprovision angepasst. Bislang waren teilweise im Rahmen von über 400 Sales-Plänen an einem Deal bis zu etwa 30 Personen beteiligt. Neu gibt es 25 Kernpläne in deren Folge nur noch maximal drei Personen von einem Geschäft profitieren können.
 
"Vereinfachungen" der Märkte und Produkte
Unter dem Stichwort "Innovation" stellte Neri den Fokus von HPEs Portfolio vor: Hybrid IT und Intelligent Edge. Alles soll einfacher werden und alles soll innovativ sein, verspricht der HPE-Präsident an der Präsentation. Konkret heisst Zweiteres, dass man in Big Data Analytics, Automation und IoT investieren will. Damit wettet HPE auf die künftig benötigte "Intelligenz" und Rechenpower an den Rändern des Netzwerks.
 
Auch auf der Ebene der Marktsegmente soll es "Vereinfachungen" geben: Die grossen Cloud-Player wie AWS, Microsoft oder Google sollen künftig nicht mehr mit anwendungsspezifischen Servern beliefert werden, sondern mit solchen mit höherer Marge. Für die etwas kleineren Service Provider wie Dropbox oder Salesforce.com sieht HPE standardisierte Geräte aus der Cloudline vor. Als eine der wichtigsten Märkte sieht HPE die kleinen und mittleren Unternehmen – laut Neri solche mit Umsatz von bis zu 500'000 Dollar. Diese sollen mit zielgerichteten Angeboten gelockt werden.
 
Die Produktpalette soll ebenfalls weniger komplex werden: Die Artikelnummern würden von 3500 auf bloss noch 875 reduziert, so Neri.
 
Neuer CIO soll IT entschlacken
Heute hat HPE-President Antonio Neri in einem Blogeintrag zudem die Ernennung eines neuen CIO bekannt gegeben: Archana "Archie" Deskus, vormals CIO bei General Electrics Erdöl-Tochter Baker Hughes, soll als globale Informatik-Chefin die Transformation der IT bei HPE in die Hände nehmen.
 
Und diese hat es ebenfalls in sich: Laut Präsentation von Neri will HPE seine IT stark vereinfachen. Unter anderem will der Konzern seine IT von zehn ERP-Systemen und über 950 Applikationen auf ein globales ERP mit rund 350 Applikationen reduzieren. (ts)