Hyperscaler zeigen ihre Muskeln

Umsatz der Hersteller im vergangenen Quartal in Milliarden US-Dollar.
Microsoft verdoppelt Azure-Umsatz, AWS bleibt Amazons Goldesel. Die Tech-Giganten profitieren massiv vom Cloud-Geschäft.
 
Gleich vier Tech-Giganten haben ihr Quartalsergebnis bekannt gegeben und alle profitieren vom Cloud-Boom. Alphabet, Amazon, Intel und Microsoft konnten ihre Cloud-Einnahmen massiv steigern.
 
Microsoft verdoppelt Azure-Umsatz
Der Azure-Umsatz von Microsoft hat sich im Jahresvergleich mit einem Plus von 90 Prozent nahezu verdoppelt, wie die Redmonder mitteilen. Absolute Zahlen nennt der Konzern nicht, aber die Analysten von Canalys schätzen den Azure-Umsatz im letzten Quartal auf zwei Milliarden Dollar. Der Umsatz der Sparte Intelligent Cloud, zu der das Azure-Business gehört, ist um 13,5 Prozent auf fast sieben Milliarden US-Dollar angewachsen. 96 Prozent aller Fortune-500-Unternehmen setzen wenigsten ein Microsoft-Cloud-Produkt ein, schreibt Microsoft-Manager Judson Althoff in einem Blogeintrag.
 
Die auf das Gesamtjahr hochgerechneten Commercial-Cloud-Umsätze (Annualized Run Rate, ARR) haben erstmals die 20 Milliarden US-Dollar-Marke überstiegen. Damit habe man das Ziel, das man sich vor zwei Jahren gesetzt habe, übertroffen, kommentiert CEO Satya Nadella das Ergebnis. Sowohl mit der Business-Software Dynamics 365 als auch mit Office 365 verbuchten die Redmonder zweistelliges Umsatzwachstum. Auch für das nächste Quartal erwartet Microsoft zweistelliges Umsatzwachstum im Cloud-Business. Insbesondere Services rund um AI und IoT bewege neue Kunden in die Cloud und lasse bestehende Cloud-Kunden ihre Workloads erweitern.
 
Der Gesamtumsatz von Microsoft stieg im ersten Geschäftsquartal, das die Redmonder am 30. September 2017 beendeten, um zwölf Prozent auf 24,54 Milliarden Dollar. Der Gewinn wuchs um 16 Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar.
 
AWS lässt Amzons Kassen klingeln
Über 4,5 Milliarden US-Dollar beträgt der Cloud-Umsatz von Amazon. Der AWS-Umsatz stieg im Jahresvergleich um 42 Prozent, wie das Unternehmen mitteilt. Der operative Gewinn steigt um 36 Prozent. Zu den grossen Cloud-Kunden des US-Unternehmens gehören unter anderem Toyota, General Electric oder der Video-Streamingdienst Hulu.
 
AWS ist der Goldesel für den Konzern, der sonst mit sehr dünnen E-Commerce-Margen zu kämpfen hat. AWS trägt zwar "nur" zehn Prozent zum Gesamtumsatz bei. Aber der operative Gewinn von AWS ist mit 1,17 Milliarden US-Dollar zehn mal höher als der operative Gewinn des Gesamtkonzern.
 
Auch Google macht Cloud zur Priorität
Auch die Alphabet-Tochter Google konnte in den vergangenen Monaten einige wichtige Cloud-Kunden gewinnen, darunter etwa PayPal. Wie Google-CEO Sundar Pichai sagte, sei die Cloud-Plattform (GCP) eine der Top-3 Prioritäten des Konzerns und man werde das Sales-Team weiter ausbauen. Wie Microsoft gibt auch Google keine absoluten Zahlen zum Cloud-Umsatz bekannt. Canalys schätzt, dass der Cloud-Umsatz von Google im Jahresvergleich um 76 Prozent auf einen Quartalsumsatz von 870 Millionen US-Dollar angewachsen ist.
 
Der Gesamtumsatzes des Konzers beträgt im letzten Quartal 27,8 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von rund 24 Prozent entspricht. Der Gewinn fiel mit 6,7 Milliarden US-Dollar um 33 Prozent höher aus als im Vorjahresquartal. Das Kerngeschäft von Google bleibt das Werbegeschäft, das 24,1 Milliarden Dollar einbrachte.
 
Gesamter Cloud-Markt wächst um 40 Prozent
Die von 'Reuters' zitierten Canalys-Analysten schätzen, dass der gesamte Cloud-Markt im vergangenen Quartal einen Umsatz von 14,4 Milliarden Dollar generierte. Das sind über 40 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
 
Marktführer bleibt AWS mit einem Marktanteil von 31,8 Prozent. Dahinter folgt Microsoft mit einem Cloud-Marktanteil von 13,9 Prozent. Der Internet-Gigant Google beansprucht sechs Prozent des Cloud-Marktes für sich.
 
Cloud-Boom lässt auch Intel wachsen
Neben den Hyperscalern profitiert auch Intel vom wachsenden Cloud-Markt. Der Chip-Hersteller verbucht im Segment Data Center Group ein Umsatzplus von sieben Prozent im Jahresvergleich auf 4,9 Milliarden US-Dollar. Das stärkste Wachstum aber verbucht der Hersteller im IoT-Bereich, der 849 Millionen Dollar zum Umsatz beigetragen hat.
 
Insgesamt konnte Intel den Umsatz um zwei Prozent auf 16,1 Milliarden Dollar steigern. Der Nettogewinn kletterte um 34 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar. Etwa die Hälfte des Umsatzes stammt aus der Client Computer Group, die im Jahresvergleich stagnierte. (Katharina Jochum)