Schweizer Reseller-Handelsindex stabil

Auch der September zeigt, dass der massive Abwärtstrend im IT-Handel vorerst gestoppt zu sein scheint: Ein Gastbeitrag von Thomas Czekala.
 
Der ICT-Reseller-Index der Disti-Vergleichsplattform Concertopro lag im September 2017 mit 71 Punkten genau auf dem Niveau des Vorjahres. Der Wert wurde letztes Jahr allerdings aufgerundet und dieses Mal abgerundet. Schaut man also in die Nachkommastellen hinein, ist sogar ein leichter Vorsprung von plus ein Prozent zum Vorjahr zu erkennen. Mit dem zunehmenden Fortschritt des Jahres wird immer mehr unsere These bestätigt, dass sich das Reseller-Handelsgeschäft 2017 auf dem bereits im Vorjahr gezeigten Niveau stabilisieren konnte. Die massiven Verluste der letzten Jahre konnten vorerst gestoppt werden.
 
Interessant ist ausserdem, dass sich seit Mitte Juli sogar die Tageswerte nur minimal von den Vorjahreswerten unterscheiden. Diese zum Vorjahr nun schon über mehrere Monate fast gleichlaufenden Geschäftsaktivitäten sind bislang einmalig in der ICT-Reseller-Statistik. Es bleibt aber zu hoffen, dass der massive "Herbst-Knick" des letzten Jahres heuer ausfällt. Letztes Jahr hat die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten in den USA weltweit für Verunsicherung gesorgt, die damals unter anderem mitverantwortlich für diesen Einbruch gewesen sein könnte. Es bleibt zu hoffen, dass 2017 ähnliche Ereignisse ausbleiben.
 
Bis und mit Mai lag der Reseller-Index kumuliert noch genau auf dem Vorjahresniveau. Seither hat sich nach und nach eine kleine Lücke von minus drei Prozent aufgetan, die im September stabil geblieben ist. Mit jetzt fünf Monatswerten über Vorjahr und vier Monatswerten unter Vorjahr liegen die positiven Ereignisse aber vorne und wir sind gespannt auf die letzten drei Monate dieses Jahres.
 
Der sehr fokussierte Blick des ICT-Reseller-Indexes basierend auf Fachhandelsdaten ermöglicht in Verbindung mit anderen Statistiken Rückschlüsse auf das Geschäft beim Reseller. So erwartet der der deutsche "Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien" (Bitkom) für den europäischen ICT-Handel inklusive Servicegeschäft ein Plus von drei Prozent in diesem Jahr.
 
Unterstellen wir, dass sich das Geschäft der Schweizer Reseller im Schnitt ähnlich entwickelt,
wird der von uns gemessene Rückgang im Handel von minus drei Prozent durch ein deutliches Wachstum im Service überkompensiert. Dies entspricht auch der von uns beobachteten Erfolgsstrategie im Reseller-Umfeld, der Wandel vom Händler zum "Dreibein-Reseller" mit Beratung, Handel und Service als Kompetenz-Partner seiner Kunden.
 
Mit was sind wir in Zukunft erfolgreich?
Nachdem wir das Erfolgsmodell des Dreibein-Resellers bereits seit Ende 2015 empfohlen haben, sind nun die nächsten Herausforderungen am Horizont zu erkennen. Die bislang rein auf persönlichen Beziehungen und Kompetenzen basierenden Beratungs- und Service-Dienstleistungen werden zukünftig deutlich mehr digital vernetzt und automatisiert stattfinden. Cloud, Internet-of-things, aber auch die Verfügbarkeit von immer mehr künstlicher Intelligenz, lassen früher nur von Phantasten ausgesprochene Service-Leistungen möglich erscheinen. Vorausschauende Service-Leistungen beziehungsweise "Predictive Maintenance" werden sich zukünftig im Alltag durchsetzen. Amazon weiss schon vor unserer Bestellung, dass wir bestellen werden und diese Kompetenz wird bald von allen erwartet, die weiter im Spiel dabei sein wollen.
 
Der Schweizer Reseller darf nicht stehen bleiben und muss sich mit automatisierten Schnittstellen sowohl zu seinen Lieferanten aber auch zu seinen Kunden vernetzen. Dies wird die nächste Stufe einer neuen Qualität und auch schneller Realität, als viele ahnen. (Thomas Czekala)
 
Der Autor: Thomas Czekala ist Verwaltungsrat der ProSeller AG.

Zum ICT-Reseller-Index:
Der Index wird täglich ermittelt und einmal monatlich für den laufenden Monat fixiert. Er basiert auf den anonymisierten Suchaktivitäten der ICT-Reseller bei Verwendung der Concerto-Software-Suite und repräsentiert damit ein jährliches Einkaufsvolumen von ca. 1,5 Milliarden Franken beziehungsweise rund 20'000 Abfragen pro Tag.