"Reisevorbereitungen": Der Bund startet Migration auf Windows 10

Das BIT schwört 40'000 Mitarbeiter des Bundes auf Änderungen ein und das ISB hat noch Hausaufgaben.
 
Nun gilt es ernst: Im Herbst beginnt beim Bund die Migration von 40'000 Arbeitsplätzen mit Windows 7 auf Windows 10 und Office 2016. Offenbar sind 200 Pilotanwender im BIT erfolgreich umgestellt worden, dies geht aus der neuen Ausgabe der BIT-Zeitschrift 'Eisbrecher' hervor.
 
Man treffe nun "Reisevorbereitungen", denn die Umstellung ist fachlich und psychologisch offenbar für Mitarbeiter nicht ganz ohne.
 
Frustriert oder verärgert sein nütze aber gar nichts, muss BIT-Chef Giovanni Conti an die Adresse der Mitarbeiter explizit festhalten: "Die Realität ist nun mal so. (…) Uns bleibt keine andere Wahl als auf Windows 10 umzusteigen", schreibt er. "Öffnen wir uns zusammen dem Change." Künftig müsse man sich gar auf zwei Mal jährliche Systemwechsel einstellen, weil dies die Microsoft-Lösung vorgebe, erläutert Conti.
 
Tipps und Schulungsangebote hat das BIT vorsorglich im Angebot, vor allem das Startmenu und Edge sind offenbar erklärungsbedürftig.
 
Die Umstellung auf Windows 10 und Office 2016 soll bald beginnen und bis Mitte 2019 für alle Mitarbeiter des Bundes abgeschlossen sein. Initial wollte man im Q1 fertig sein.
 
"Eine Herausforderung"
Die Umstellung gehört zum Programm APS2020 ("Arbeitsplatz 2020"). Es hat den Status eines IKT-Schlüsselprojekts und wird mit Kosten von 89 Millionen Franken für interne und externe Leistungen veranschlagt.
 
Das Programm an sich ist insgesamt anspruchsvoll und muss mit anderen Grossvorhaben in der Bundesverwaltung – wie Gever oder UCC – koordiniert werden. "Eine Herausforderung", hielt die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) im letzten Prüfbericht (PDF) fest. Dieser Bericht stellte den Involvierten grundsätzlich ein gutes Zeugnis aus.
 
Als Schlüsselprojekt steht es unter Beobachtung des Informatiksteuerungsorgans des Bundes (ISB) und der EFK, und es soll sich ökonomisch auszahlen. "Mit dieser Harmonisierung und zusätzlichen Innovationsmassnahmen stellt das ISB eine Effizienzsteigerung sowie eine Reduktion der Betriebskosten in Aussicht", hielt die EFK letzten Februar fest und warnte gleichzeitig: "Die Auswirkungen des Release-Wechsels auf den Bundeshaushalt lassen noch nicht beziffern. Insbesondere die Konsequenzen der wiederkehrenden Testaufwände der (Fach-)Anwendungen als Folge der Software-Updates von Microsoft auf Betriebskosten können hier ins Gewicht fallen." Das ISB wird die entsprechenden Ankündigungen mit Zahlen untermauern. (mag)