Welche Skills brau­chen Kinder in der Arbeits­welt von morgen?

Die Eidgenössische Komission für Kinder- und Jugendfragen beschäftigt sich mit Automatisierung und digitaler Transformation.
 
Es bestehe kein Zweifel, dass die Digitalisierung die Gesellschaft tiefgreifend verändern wird. Ausbildung und Berufsleben, Sozialversicherung und Vorsorge oder auch die Funktionsweisen von demokratischen Einrichtungen würden sich grundlegend ändern, wie die Eidgenössische Komission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) schreibt. Während sich die Wirtschaft intensiv mit dem Thema auseinandersetze, seien Fragen, die sich für Kinder und Jugendliche im Zusammenhang mit der Digitalisierung stellen, noch offen. Welche Kompetenzen braucht es in der Arbeitswelt der Zukunft? Welche Berufe wird es noch geben? Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf die freie Zeit von Kindern und Jugendlichen, auf das Familienleben und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie?
 
Die EKKJ wählte deshalb das Thema für die Jahre 2017 bis 2019 als Schwerpunktthema und legt den Fokus auf die Frage, was Kinder und Jugendliche im Zuge der Digitalisierung brauchen, um ihre Fähigkeiten entwickeln und ihre Wünsche verwirklichen zu können. Obwohl Kinder in eine digitalisierte Welt hineingeboren wurden, heisse dies noch nicht, dass die Digital Natives auch auf die Folgen der digitalen Transformation vorbereitet seien.
 
Gemeinsam mit dem Psychologischen Institut der ZHAW hat die EKKJ einen ausführlichen Bericht publiziert, der sich mit den Auswirkungen der digitalen Transformation auf Kinder und Jugendliche in der Schweiz befasst, mit einem besonderen Fokus auf Ausbildung, Bildung, Arbeit und Freizeit. Der auf der Website der EKKJ verfügbare Bericht (PDF) gibt einen Überblick zum Einfluss der Digitalisierung auf Kinder und Jugendliche. Der Bericht ist sehr ausführlich und zitiert eine Fülle von Quellen, die Ergebnisse aber, sind in der ein oder anderen Form bereits bekannt.
 
Das Thema Weiterbildung bleibt essenziell
So werde zwar mit der Transformation der Arbeitswelt Mobilität und Flexibilität geschaffen, aber auch Automatisierung werde die Arbeitswelt prägen. In der modernen Berufsberatung, so ein Fazit der EKKJ, gehe es nicht nur darum, ein für die Jugendlichen passendendes Berufsfeld zu finden. Es soll den jungen Erwachsenen auch nahegelegt werden, ihre berufliche Zukunft aktiv mitzugestalten und sich während ihres Berufslebens weiterzubilden, da sich Stellenprofile rascher wandeln.
 
Die Befürchtung, Heranwachsende in der Schweiz würden aufgrund der Digitalisierung später keine Arbeit finden, sei zwar mehrheitlich unbegründet, doch würden dennoch grosse Forderungen an deren Bildung, Ausbildung und digitalen Kompetenzen gestellt. Wenig Beachtung würde zudem den überfachlichen Kompetenzen oder Soft Skills geschenkt, heisst es im Bericht weiter. Hier seien neben den Schulen vor allem auch die Eltern und weitere Betreuungs- und Bezugspersonen gefragt. (kjo)