VMworld: Hybrid, Hybrider, VMware

Gestern in Barcelona: Swisscom CIO Heinz Herren (Mitte) mit Sanjay Poonen (rechts) und Colin Miles (VP of Datacenter Technology bei der UPC-Mutter Liberty Global) (Foto: Thomas Schwendener)
An der Hausmesse in Barcelona sprach man viel über hybride Clouds. Grosskunde Swisscom wurde mit einem Auftritt auf der grossen Bühne belohnt.
 
"Ich freue mich, auf der grössten je durchgeführten VMworld Europe sein zu dürfen", begann VMwares CEO Pat Gelsinger am Dienstag seine Rede vor gut gefülltem Saal in der Fira Gran Via in Barcelona. Das Publikum begrüsste den VMware-Chef mit warmem Applaus, aber nicht überschwänglich. Im Gegensatz zum letzten Jahr gibt es auch keine Standing Ovations für Produktankündigungen. Das eigentliche Feuerwerk wurde ohnehin bereits in der amerikanischen Ausgabe der VMworld in Las Vegas gezündet: Dort gaben VMware Cloud on AWS sowie einige der insgesamt sieben neuen Cloud Dienste zu Reden; unter anderem der moderne, auf Machine Learning aufbauende Ansatz der Security-Lösung AppDefense, die auch in Barcelona wieder ein grosses Thema ist. In der Schweiz sollen die beiden Angebote aus einem europäischen RZ ab dem ersten Halbjahr 2018 verfügbar sein, so Othmar Bienz, VMware-Chef für Österreich und die Schweiz, im Gespräch mit inside-it.ch.
 
Wohin die Reise gehen soll, war in Las Vegas schon klar und wird in Barcelona noch klarer: Volle Kraft Richtung hybride Cloud. "Das Ziel ist es, dass die Kunden frei aus den Cloud-Providern wählen können", so Gelsinger. Es gehe nicht nur um die Verbindung von Private- und Public-Cloud, sondern auch um die einfache Kombination von allen möglichen Anbietern. Getreu der nicht mehr ganz neuen VMware-Vision "Any Cloud, any Application, any Device".
 
Darum sind viele der in Bacelona präsentierten Lösungen für hybride Cloud-Umgebungen konzipiert. Am meisten spontanen Applaus erhielt dann auch der Auftritt von Alan Renouf, Senior Product Line Manager bei VMware. Unter seiner Anleitung zog Gelsinger eine VR-Brille an und migrierte in der virtuellen Realität eine virtuelle Maschine spielerisch und live in eine Public Cloud.
 
Heinz Herren auf der Bühne
Mit IBM kündigte VMware eine vertiefte Partnerschaft an. So war David Kenny, Senior Vice President IBM Watson and Cloud Platform, während der halben Keynote von Gelsinger auf der Bühne und half mit, den Saal zu unterhalten. Der Inhalt der Partnerschaft erklärt sich schon aus der Funktion von Kenny: Es geht um künstliche Intelligenz, Data Analytics und… Cloud.
 
Auf der Stage während der Keynote war übrigens als eines von fünf Unternehmen auch ein Schweizer Konzern: Der Weg der Swisscom zur Cloud-Infrastruktur wurde von VMwares COO, Sanjay Poonen, als Success-Story präsentiert; er sprach von "Swiss Precision". Swisscoms CIO Heinz Herren zeigte sich sichtlich erfreut, sagte aber auch, dass ein "Swiss Finish" nicht hingehauen habe und man darum auf
Pat Gelsinger (rechts) platziert unter der Leitung von Product Line Manager Alan Renouf, virtuelle Maschinen in der virtuellen Realität um. (Foto: Thomas Schwendener)
Dell EMC und VMware setze. Die Frage, wohin die Reise gehe, beantwortete Herren mit: "Fill the Cloud now!".
 
Programm für Cloud-Provider aufgemotzt
Bis Ende Jahr sollen von VMware über zehn Cloud-Dienste zugänglich werden, sagte Gelsinger an einem Pressemeeting im Rahmen der grossen Convention. Darum konnte der Virtualisierungsspezialist in Europa am ersten Tag doch noch mit ein paar Neuigkeiten aufwarten.
 
Zum einen präsentierte der Virtualisierungsspezialist das VMware-Cloud-Provider-Programm, in dem der Konzern insbesondere die Business-Anforderungen seiner rund 4000 Cloud-Provider-Partner berücksichtigen will, so VMware. Genau besehen ist das Programm eine Umbenennung von vCAN, das etwas aufgepeppt wurde. So soll es eine neue Plattform geben und Partner eine "Verified Trust Mark" erhalten, begonnen hat man mit CentruyLink, Fujitsu, OVH, Rackspace und IBM Cloud.
 
Im Rahmen des Cloud-Provider-Programms soll zudem eine HCX genannte Technologie zur Anwendung kommen, die sichere hybride Cloud für App-Mobilität zwischen vSphere-Versionen on Premise oder in der Cloud ermöglichen werde, so VMware.

Multicloud-Management und Containerisierung
Multicloud-Management soll mit einer Serie von Updates von vRealize Suite einfacher gemacht werden. Neue Features sind unter anderem vereinfachte Upgrades und Patches, besserer Support von Containern, Konfigurations-Management und Microsoft Azure. Container hätten den Experimentalstatus verlassen und würden sich Richtung produktivem Einsatz bewegen, schreibt VMware in einer der vielen Mitteilungen in Barcelona. Da ist es folgerichtig, dass der Konzern ankündigte, dass man mit VMware vSphere Integrated Containers 1.2 die Nutzung von Containern vereinfachen will. Das heisst konkret: Bereitstellung von nativen Docker Container Hosts, Sicherheitsverbesserungen und ein einheitliches Managementportal.
 
Mit vCloud NFV-OpenStack Carrier Edition schliesslich will der Konzern seinen Communication-Service-Providern erlauben ihre Lösungen schneller auf den Markt zu bringen. Zudem könnten sie ihr Management vereinfachen, die Agilität erhöhen und die Security verbessern, verspricht VMware. (Thomas Schwendener, Barcelona)
 
Interessenbindung: VMware hat dem Autoren Flug nach und Unterkunft in Barcelona bezahlt.
 
Hinweis: Dass Sie diesen Artikel lesen können, hat ebenfalls mit Software von VMware zu tun. Denn unsere Web-Infrastruktur sitzt in einem Virtual Datacenter von Cyberlink. Unsere ersten Erfahrungen mit dem Projekt hat Hans Jörg Maron hier beschrieben.