HPE überrascht und erfreut die Börse

Quelle: HPE
Meg Whitman: "I am not going anywhere".
 
Der einst weltweit grösste Computerkonzern Hewlett Packard ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Im November 2015 wurde das Printer- und PC-Geschäft abgespalten, ein halbes Jahr danach das Outsourcing-Business an den Konkurrenten CSC verkauft und kurz darauf ein Teil des Software-Geschäfts an Micro Focus angedient.
 
Die US-Börse hat erfreut auf die jüngsten Zahlen von Hewlett Packard Enterprise (HPE) reagiert. Der Aktienkurs stieg gestern Nacht um fast sechs Prozent.
Denn der Technologie-Konzern konnte die Erwartungen übertreffen und hat zumindest im dritten Quartal 2017 den anhaltenden Schrumpfkurs etwas gestoppt. Der Umsatz wuchs um drei Prozent, rechnet man gewisse Firmenteile, die nun verkauft wurden heraus, sogar um sechs Prozent. HPE setzte im dritten Quartal 2017 8,2 Milliarden Dollar um. Das Umsatzwachstum ist gemäss HPE auf gute Geschäfte mit Storage (+ 11 Prozent) und Networking-Geräten (+ 16 Prozent) zurückzuführen.
 
Auch der Gewinn fiel zwar mit 147 Millionen Dollar für einen Technologiekonzern nicht riesig aus, war aber höher als erwartet. Ohne Sonderkosten und ohne die abgestossenen Bereiche, so rechnet HPE vor, hätte der Gewinn in den drei Monaten bis Ende Juli 2017 517 Millionen Dollar betragen.
 
Betrachtet man allerdings die ersten neun Monate des Geschäftsjahres von HPE, so sieht die Lage nicht rosig aus. In den zentralen Bereichen Server, Storage und Networking ist der Umsatz von HPE in diesem Zeitraum geschrumpft. HPE leidet ganz offensichtlich unter dem Megatrend Cloud-Computing. Kunden beschaffen Rechen- und Speicherkapazität vermehrt aus
Quelle: HPE
den Clouds von Microsoft, Amazon und Google. Und diese werden nicht mit Rechnern von HPE gebaut.
 
Bleibt Whitman doch?
HPE-Chefin Meg Whitman präsentierte die Zahlen gestern Nacht in einer Telefonkonferenz der Wirtschaftspresse. Natürlich interessierte sich diese auch für die Frage, ob sie bei HPE bleiben werde. Angeblich hat sie sich für den Job als CEO von Uber beworben. An der Telefonkonferenz sagte sie nun gemäss 'Bloomberg' es sei bei HPE noch viel zu tun. "I acutally am not going anywhere." (hc)