Kudelski schreibt Verlust und investiert in IoT

Der Westschweizer Verschlüsselungsspezialist Kudelski muss im ersten Halbjahr Rückschläge einstecken. Mit einem Verlust von 5,7 Millionen Dollar liegt das Unternehmen nun in den roten Zahlen.
 
Ohne Minderheitsanteile beträgt der Verlust 8,8 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum schrieb das Unternehmen unter dem Strich einen Gewinn von mehr als 20 Millionen Dollar.
 
Grund für den Rückgang sind unter anderem höhere Abschreibungen sowie höhere Material-, Finanzierungs- und Personalkosten, da Kudelski durch Zukäufe nun auch mehr Mitarbeiter beschäftigt.
 
Zugekauft hatte Kudelski unter anderem M&S Technologies, ein US-Anbieter von Enterprise Security-Lösungen. Zudem werden die im Bereich digitaler Wasserzeichen tätige NexGuard und die norwegischen Media-Asset-Management-Spezialisten DVNor nun eingerechnet.
 
Operativ resultierte ein Gewinn von 6,7 Millionen Dollar. Das entspricht aber einem Rückgang von mehr als 80 Prozent. Der Umsatz hat hingegen um 12,7 Prozent auf 552 Millionen Dollar zugelegt. Das ist mehr als von Analysten erwartet.
 
Kudelski schrieb im Gesamtjahr 2016 noch einen Gewinn von fast 75 Millionen Franken, was einem Plus von über 50 Prozent entsprochen hat.
 
In Europa gingen die Umsätze zurück. Grund ist das schwache Geschäft mit der Verschlüsselung von TV-Inhalten (Integrated Digital TV). Hingegen wuchsen die Umsätze in Amerika um 56 Prozent. Treiber war der Bereich Zutrittskontrollsysteme für Parkhäuser und Skilifte (Public Access), wie Kudelski am Donnerstag mitteilte.
 
Beim Ausblick korrigiert Kudelski die Gewinnprognosen nach unten. Grund sei das schlechtere Geschäft mit der klassischen Verschlüsselung von TV-Inhalten sowie Kosten für die neue Ausrichtung des Konzerns. Kudelski investiert in neue Entwicklungen wie etwa einem Internet der Dinge und Internet TV.
Diese Entwicklungen will das Unternehmen nun schneller vorantreiben als ursprünglich vorgesehen.
 
Noch Mitte Juli musste man für eine Kudelski-Aktie mehr als 17 Franken bezahlen. Am Donnerstag kostete eine Aktie zeitweise nur noch 14,20 Franken. Gemäss Analysten reagieren die Anleger mit Verkäufen, weil die Investitionen für das Neugeschäft die Profitabilität der Gruppe belasten. (mag/sda)