Dätwyler wächst und verlagert Stellen nach England

Der Industriezulieferer investiert in den Elektronik-Distributor Distrelec und zentralisiert dessen Arbeitsplätze.
 
Die Dätwyler Gruppe hat heute ihre Zahlen für das erste Halbjahr 2017 veröffentlicht: Umsatz und Gewinn wurden gesteigert. Dies ist aber vor allem auf den Industriebereich Sealing Solutions zurückzuführen. Dieser wuchs 9,7 Prozent – abzüglich Akquisitionseffekte 6,2 Prozent – auf 420,2 Millionen Franken. Demgegenüber ist der Bereich Technical Components (Elektronik, Automation und ICT) organisch um 4,1 Prozent gesunken und trug noch 224,3 Millionen Franken zum Umsatz bei.
 
Der auf Europa fokussierte Konzernbereich Technical Components habe Einbussen aufgrund der anhaltend schwachen Nachfrage im B2C-Segment hinnehmen müssen, begründet Dätwyler die Entwicklung. Im B2B-Geschäft der beiden konzerneigenen Distis Distrelec und Reichelt habe man eine kontinuierliche Umsatzsteigerung zu verbuchen.
 
Bei Distrelec liege der Fokus auf dem Aufbau des Kompetenzzentrums "Enterprise Hub". In Folge dessen sollen rund 90 Stellen aus der Schweiz, Schweden, Deutschland und Italien nach Manchester verlagert werden; dabei rechnet Dätwyler mit einmaligen Kosten von acht Millionen Franken – in einer Mitteilung vom März war man noch von zehn Millionen ausgegangen – und jährlichen Einsparungen von drei Millionen Franken. In der Schweiz fallen der Zentralisierung rund 50 Stellen zum Opfer, erklärt Dätwyler auf Nachfrage von inside-channels.ch. Es gebe aber einen Sozialplan und man unterstütze die Betroffenen beim Outplacement.
 
Gesamt-Umsatz und Gewinn
Die gesamte Dätwyler Gruppe konnte im ersten Halbjahr 2017 den Nettoumsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 3,8 Prozent auf 644,5 Millionen Franken steigern. Bereinigt um die positiven Effekte von Zukäufen sowie die negativen Währungseffekte entspreche dies einem organischen Wachstum von 2,2 Prozent, schreibt der Industriekonzern in einer Mitteilung.
 
Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT belief sich im selben Zeitraum auf 80,1 Millionen Franken, während es im Vorjahreszeitraum noch 81,7 Millionen betragen hatte. Vor den Einmalkosten von 6,6 Millionen Franken, vor allem für den Aufbau des "Enterprise Hub" von Distrelec, sei das bereinigte EBIT bei 86,7 Millionen Franken anzusiedeln. Damit liege die entsprechende Marge mit 13,5 Prozent 0,1 Prozent über dem Vergleichszeitraum. Das Nettoergebnis ist mit 53,3 Millionen Franken um 3,3 Millionen gesunken. (ts)