Avaya macht einen weiteren Schritt aus der Insolvenz

Der Telekom-Anbieter Avaya hat seinen Plan, die Schulden zu tilgen, angepasst. Bekanntlich flüchtete das Unternehmen Anfang Jahr in das Konkursverfahren nach US-Recht ("Chapter 11"). Mit der Anpassung, die von den wichtigsten Gläubigern unterstützt werde, sei man auf einem "klaren und tragbaren Weg, Chapter 11 bald verlassen zu können", so das Unternehmen in einer Mitteilung.
 
Ausserdem habe sich Avaya mit der US-Regierung, respektive der US Pension Benefit Guaranty Corporation (PBGC), einigen können. Die PBGC springt dann ein, wenn US-Unternehmen Löcher in ihren Pensionsfonds haben und somit ihren Vorsorgeverpflichtungen nicht nachkommen können. Vergangenes Jahr wurde bekannt, dass Avaya fast eine Milliarde Dollar fehlt. Die PBGC werde die Obligationen übernehmen. Im Gegenzug werde Avaya 300 Millionen Dollar zahlen sowie 7,5 Prozent der Aktien an die PBGC abtreten.
 
Verläuft die Umschuldung nach Plan könnte Avaya fast die Hälfte der 6,3 Milliarden Schulden tilgen, weiss 'Forbes', und damit auch die hohen Zinszahlungen massiv reduzieren. Gläubiger werden in einem Mix aus Cash, neuen Schulden sowie Anteilen der reorganisierten Firma bezahlt. Die Gläubiger, die schliesslich die Mehrheit der Firma halten werden, stellen ausserdem den neuen Verwaltungsrat.
 
Gestern gab Avaya zudem bekannt, dass per 1. Oktober mit Jim Chiroco ein neuer CEO das Ruder übernehmen wird. Er ist derzeit COO von Avaya und folgt auf President und CEO Kevin Kennedy, der dem Unternehmen und dem neuen VR als Berater zu Seite stehen werde.
 
Das zuständige Gericht muss dem angepassten Plan zu Umschuldung noch zustimmen, so die Mitteilung weiter. Ein Gerichtstermin ist auf Ende August angesetzt. Dann sollte auch bekannt werden, wann Avaya wieder ausserhalb des Gläubigerschutzes agieren wird. (kjo)