Symantec verkauft Geschäft mit Zertifikaten

Für eine Milliarde Dollar wird Symantec das Website-Security-Business und damit den Zwist mit Google los.
 
Der US-Security-Anbieter Symantec verkauft seinen Geschäftsbereich rund um das Ausstellen von Zertifikaten an DigiCert. Die Gesellschaft, mehrheitlich im Besitz der private-Equity-Firma Thoma Bravo, zahlt für die Website-Security- und PKI-Lösungen 950 Millionen US-Dollar. Zudem erhält Symantec nach dem Abschluss der Transaktion eine 30-prozentige Beteiligung an der DigiCert-Gesellschaft, so eine Mitteilung.
 
Der Verkauf der Produkte erlaube es dem Unternehmen, sich auf die Cyber-Defense-Plattform zu fokussieren, schreibt Symantec weiter. "Wie unsere jüngsten Übernahmen von Fireglass und Skycure zeigen, beschleunigen wir das Tempo der Innovation mit einer Kombination aus Entwicklung und Akquisitionen", so Symantec-CEO Greg Clark. Gleichzeitig glaube er, dass Symantec durch den Verkauf höheres Wachstum erzielen werde. Das Unternehmen hat die Umsatzprognosen für das kommende Quartal gesteigert.
 
DigiCert, mit Hauptsitz in Utah, ist auf Identifizierungs- und Verschlüsselungslösungen für Web-Dienste sowie IoT-Geräte spezialisiert und wird mit der Übernahme der Lösungen etwas über 1000 Mitarbeitende beschäftigen.
 
Disput mit Google
Mit dem Verkauf wird der Disput zwischen Symantec und Google zum Problem von DigiCert. Symantec ist einer der Anbieter, der Zertifikate ausstellt, die nötig sind, um HTTPS-Webseiten zu erreichen. Google hat angekündigt, Symantec stufenweise das Vertrauen zu entziehen, da das Unternehmen bestimmte Standards nicht eingehalten und ungültige Zertifikate ausgestellt habe. Somit ist das Geschäft mit einem grossen Risiko belastet. Würden zum Beispiel Googles Chrome den Zertifikaten nicht mehr vertrauen, wären Webseiten über den Browser im schlimmsten Fall nicht mehr erreichbar. (kjo)