Paymit abgestellt, Twint in der Kritik und bei drei weiteren Banken

Dem Bezahldienst Twint weht gerade eine starke Brise entgegen. Ausgelöst von 'Finews' und dann von 'Blick' und Co. aufgenommen, ist von einem "Fehlstart mit Ansage" die Rede. Die bisherige Resonanz auf Twint wird als ernüchternd dargestellt. Dem ist inzwischen Twint-CEO Thierry Kneissler mit Zahlen entgegengetreten.
 
Und mitten im "Shitstorm" heisst in einer Twint-Mitteilung von heute, dass nun drei weitere Kantonalbanken mit eigener Twint-App und Bankkonto-Anbindung aktiv sind: Genfer, Obwaldner und Zuger Kantonalbank. Wobei man wissen muss, dass zumindest die Genfer Kantonalbank kein Neukunde ist, war sie doch schon Ende 2016 auf den Paymit-Twint-Zug aufgesprungen.
 
Mit der Lancierung bei den drei Kantonalbanken, so die Mitteilung weiter, sei zudem die Fusion von Paymit und Twint abgeschlossen, die im April noch vereinzelt für Verwirrung gesorgt hatte. Die 2015 von Six, UBS und ZKB gestartete Paymit-App, mit der Six ein Jahr später ein Pilotprojekt startete, um schliesslich in Twint aufzugehen, ist bereits abgestellt und die Kunden informiert. Dies schreibt Twint heute.

Weiter werden in der Mitteilung noch einmal die von Kneissler bereits genannten Zahlen vorgetragen. Man habe rund 375'000 registrierten Nutzer, die auf die App Guthaben "von über 33 Regional- und Kantonalbanken" laden können. Pro Monat verzeichne man zudem 270'000 Transaktionen und habe im letzten Quartal rund 31 Millionen Franken verarbeitet. "Tendenz steigend", so Twint.
 
Das Boulevard-Blatt 'Blick' stellt den Twint-Angaben Zahlen des Terminal-Anbieters Six gegenüber, an dessen Bezahlstellen im Juni gut 5,6 Millionen Mal mit NFC-Karten bezahlt wurde. Da von den 270'000 Twint-Transaktionen nur etwa 130'000 an Terminals von Händlern abgewickelt wurden, seien 43-mal mehr Zahlungen mit den kontaktlosen Karten als mit Twint erfolgt. An der Supermarktkasse, so der Bericht, hat die App jedenfalls das Nachsehen gegenüber den Karten mit dem Chip auf der Karte.
 
Kneissler sieht Twint dennoch nicht gefährdet. Die Geschichte zeige, dass es Zeit brauche, bis ein neues Zahlungssystem intensiv genutzt werde. Bei den NFC-fähigen Karten habe das sieben Jahre gedauert. Bleibt also abzuwarten, wie lange er braucht, seine im Dezember angekündigten Pläne zur Eroberung des Schweizer Marktes umzusetzen. (vri)