Mega! X-te Studie hievt die Schweiz in die Weltspitze

Man weiss es ja, aber man sieht es immer wieder gerne: Ein Ranking, das die Schweiz als innovativstes Land des Planeten sieht.
 
Das neueste Ranking stammt aus Deutschland, hat 35 Volkswirtschaften untersucht und dies in den fünf Teilbereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Staat, Bildung und Gesellschaft. Die Basis bildeten 38 harte und weiche Indikatoren.
 
Kurz und gut: Wir sind supermegainnovativ, die Nummer eins im Gesamtranking vor Singapur, der Rest des Planeten folgt abgeschlagen. Die USA sackte ins Mittelfeld ab und China konnte "seine Innovationsleistung in den vergangenen Jahren ausbauen, doch reicht es in keinem der fünf Teilbereiche an die etablierten Innovationsnationen heran".
 
Kommen wir zu den Details, den Teilbereichen.
 
Wirtschaft: Die Schweiz ist Nummer eins
Wissenschaft: Nummer drei
Staat: Nummer vier
Bildung: Nummer zwei
Gesellschaft: Nummer drei.
 
Die Schweiz habe damit erneut "das leistungsfähigste Innovationssystem", so die Studie. Speziell herausgehoben wird, dass die Schweiz auch im Bereich "Staat" vorne liege, obwohl es keine direkte staatliche Förderung gibt (im Unterschied zum zweitplatzierten Singapur): "Vielmehr sind es das sehr gut ausgestattete und überwiegend staatlich finanzierte Bildungssystem und die hohen staatlichen Investitionen in die wissenschaftliche (Grundlagen-)Forschung". Und: "Bei den meisten Wissenschaftsindikatoren weist sie den höchsten Wert unter allen untersuchten Ländern auf."
 
Aber die hiesigen Wehklagen bezüglich Startups? Diesem haben die Autoren kein Gehör geschenkt: "Start-ups profitieren von den hohen Privatvermögen in der Schweiz, die auch in innovative Unternehmen investiert werden".
Alles gut? Wirklich alles? Wirklich?
 
Aber die Digitalisierung. Und Malta …
Bei Innovationsindikator sind wir "top", beim ebenfalls untersuchten Digitalisierungsindikator hingegen, na ja, nicht "Flop", aber definitiv auch nicht "top". Anhand der sechs Teilindikatoren
Forschung und Technologie, Wirtschaft, Gesellschaft, Staat und Infrastruktur, Bildung sowie Geschäftsmodelle und 66 Einzelindikatoren rangieren wir nur gerade auf Platz zehn von 35. (Immerhin sind wir klar vor all unseren Nachbarn.)
 
Sehr gut sieht es aus, der Ranking-Afficionado ahnt es, beim Thema leistungsfähige Datennetze: Rang zwei hinter Malta.
 
Hinter wem? Malta? Das ist aber schon ein bisschen bitter.
 
Und wer steckt hinter der Studie "Innovationsindikator"? Acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und der Bundesverband der Deutschen Industrie. Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung stellen die Autoren.
 
Wer sich alles selbst anschauen will: Hier ist alles digital (und als PDF und in Druckversion) verfügbar. (Marcel Gamma)