Chain IQ kann auch für CS ausschreiben

Claudio Cisullos Beschaffungsfirma Chain IQ fängt einen grossen Fisch.
 
Die Grossbank Credit Suisse wird sich künftig an Ausschreibungen des Beschaffungsdienstleisters ChainIQ beteiligen. Dies schreibt das in der Finanzindustrie viel gelesene Blog 'Inside Paradeplatz'. Dem Autor liegt ein internes Mail der CS vor, in dem über das Projekt "Eiger" informiert wird.
 
CS werde sich am "Smart Joint Sourcing" von Chain IQ beteiligen, heisst es in der Mail. Chain IQ ist 2013 aus der ehemaligen Beschaffungsabteilung der UBS entstanden. Gegründet wurde die Firma vom bekannten ICT- und Medienunternehmer Claudio Cisullo. Ziel des Unternehmens ist es, die Beschaffung von Grossunternehmen zu bündeln und durch den massiven Einsatz von IT zu rationalisieren. Die Beteiligung an "Smart Joint Sourcing" bringe der CS zusätzliche Beschaffungsoptionen, heisst es in dem Mail aus dem 'Inside Paradeplatz' zitiert.
 
"Smart Joint Sourcing" funktioniert so: Die teilnehmenden Kunden von Chain IQ geben der Firma den zu erwartenden Bedarf an standardisierten Produkten und Dienstleistungen an. Chain IQ schreibt die Produkte der Kunden dann gemeinsam aus und erzielt so Skaleneffekte.
 
Ausserdem wird Chain IQ für CS weitere Services in Zusammenhang mit der Überprüfung von Rechnungen erbringen.
 
Die Liste der Kunden, die das Zürcher Beschaffungsunternehmen auf der Webseite nennt, ist seit 2013 gewachsen. So beschafft der Baukonzern Implenia, die Nachrichtenagentur Thomson Reuters, die weltweit aktive Asset-Management-Firma Guggenheim und BNP Paribas mit Chain IQ. Weitere Kunden werden nicht namentlich genannt. Das Beschaffungsvolumen von Chain IQ dürfte unterdessen 10 Milliarden Franken markant übersteigen.
 
Chain IQ wollte unsere Fragen zum CS-Deal nicht beantworten. (Christoph Hugenschmidt)