Polycom-Erneuerung jetzt auch beim Grenzwachkorps

Nach dem vor etwa einem Jahr der Kanton Zürich die Backbone-Erneuerung ausgeschrieben hat, will nun auch die eidgenössische Zollverwaltung entlang der Landesgrenze das Behördennetzt Polycom teilweise erneuern. Bekanntlich hat das Grenzwachtkorps (GWK) in Abstimmung mit den Kantonen Polycom entlang der Landesgrenze erstellt und betreibt unter anderem die entsprechenden Richtfunkstandorte (Die Geschichte von Polycom haben wir kürzlich versucht aufzuarbeiten). Wie der jetzigen Ausschreibung zu entnehmen ist, handelt es sich um 176 Richtfunkverbindungen und 188 Switches respektive Multiplexer, die end-of-live sind und ersetzt werden müssen. Sie stehen in 11 Kantonen (AG, BL, BS, GE, GR, JU, SG, SH, TG, TI, ZH).
 
Da es sich um das Sicherheitsfunknetz des Landes handelt, wird für den Zuschlag wird der Aufbau eines Testnetzes vorausgesetzt. Weiter wird die Schnittstelle ans technische Alarmmanagement von Polycom und die Demontage und Entsorgung der bestehenden Systeme erwartet. Wer den, wie Insider sagen, sicher mehrere Millionen Franken schweren Auftrag ausführen will, hat neben der Lieferung, Installation und Inbetriebnahme auch das nötige Engineering zu übernehmen. An den Masten dürfen dabei allerdings "möglichst keine baulichen Veränderungen" vorgenommen werden und der "vorhandene relevante Stahlbau (Masten, Vorbaurohre) ist weiter zu verwenden und die Antennengrössen grundsätzlich beizubehalten".
 
Weiter gilt eine verhältnismässig lange Vertragslaufzeit von 15 Jahren. Sie steht im Zusammenhang mit dem schon als "vernachlässigt" bezeichneten Werterhalt des Sicherheitsfunknetzes bis 2030. Gleichzeitig drängt die jetzt geplante Erneuerung, die im Frühjahr 2018 starten soll, weil Atos nach der freihändigen Vergabe eines 324-Millionen-Franken-Auftrags begonnen hat, die Basisstationen respektive die Funkinfrastruktur von TDM-Übertragungstechnologie (Time Division Multiplex) auf IP-Technik umzusetzen.
 
Vereinfacht gesagt geht es jetzt um die Zubringer zu diesen Basisstationen, also die Backbones und die gesamte Vernetzung, die auf den neusten Stand gebracht werden müssen. Die entsprechenden Kredite hat das Parlament übrigens schon im Dezember letzten Jahres gesprochen. (vri)