ABB kauft Kommu­nikations­netze von Keymile

ABB übernimmt den Bereich Kommunikationsnetze von Keymile, wie der Industriekonzern heute bekannt gibt. Der Kauf umfasse Produkte, Software und Service-Lösungen sowie Forschungs- und Entwicklungsexpertise. 120 der rund 250 Keymile-Mitarbeitenden wechseln zum Schweizer Industriekonzern, wo sie in der Geschäftseinheit Netzautomatisierung der Division Stromnetze eingegliedert werden. Die Transaktion soll im dritten Quartal abgeschlossen werden.
 
Mit der Übernahme will ABB das Angebot von digitalen Industrielösungen mit Kommunikationstechnologien erweitern. Der Betrieb von anwendungskritischen Systemen wie Stromnetzen erfordere Kommunikationsnetzwerke, die leistungsfähig und belastbar seien und auf speziellen Technologien, Protokollen und Software beruhen. Das Kommunikationsportfolio von Keymile entspreche diesen Anforderungen hinsichtlich Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Cyber Security.
 
Zu den Kunden des betroffenen Keymile-Geschäftsfeldes zählen Betreiber von Stromnetzen, Bahnunternehmen, Öl- und Gaspipelines sowie öffentliche Behörden. "Mit der wachsenden Zahl angeschlossener Geräte werden zuverlässige Telekommunikationssysteme immer wichtiger", sagte Rolf Unterberger, CEO von Keymile. Das Portfolio ermöglicht es Kunden, Sprach- und Datendienste über Kupfer- und Glasfaserkabel bereitzustellen. In den Telekommunikationsnetzen von beispielsweise Energieversorgern werden Keymile-Systeme für die sichere Datenübertragung in unternehmenskritischen Netzbereichen eingesetzt.
 
Das 2002 gegründete Unternehmen Keymile entstand aus dem Zusammenschluss von drei Firmen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Die Firma mit Hauptsitz in Hannover hat eigenen Angaben zufolge Kunden in 100 Ländern. Nach dem Verkauf des Produktportfolios für Kommunikationsnetze konzentriert sich Keymile ausschliesslich auf Breitband-Systeme, so das Unternehmen. (kjo)