Western Digital bringt Verkauf von Toshiba-Chipsparte ins Stocken

Bekanntlich will der japanische Konzern Toshiba seine Chipsparte unter den Hammer bringen. Der amerikanische Festplattenhersteller Western Digital bringt den Verkauf nun aber mit einer einstweiligen Verfügung beim Superior Court in Kalifornien ins Stocken. Konkret geht es um drei Joint Ventures von Toshiba und der Western-Digital-Tochter SanDisk im Bereich NAND Flash-Speicher.
 
Die Vereinbarung zwischen SanDisk und Toshiba würden klar besagen, dass Toshiba das Einverständnis von SanDisk benötige, um Anteile an den Joint Ventures zu übertragen, heisst es in einer Mitteilung von Western Digital.
 
"Western Digital arbeitet unermüdlich daran, eine Lösung zu finden, die für alle Stakeholder von Vorteil ist. Die Versuche von Toshiba, unsere vertraglichen Rechte zu umgehen, haben uns keine andere Wahl gelassen, als dieses Vorgehen zu wählen. Unsere Befürchtung ist, dass Toshiba einen Weg verfolgt, der unsere Rechte klar verletzt", so Steve Milligan, CEO bei Western Digital, in der Mitteilung.
 
Mehrere Bieter sind an Chip-Business interessiert
Toshiba, seit längerem in finanzieller Schieflage will das Chip Business für bis zu 16 Milliarden Dollar verkaufen. Mit den Erlösen sollen insbesondere grosse Abschreiber aus dem Atomenergie-Geschäft des Konzerns gestopft werden. Zu den Interessenten gehören jüngsten Berichten zufolge der US-Halbleiterhersteller Broadcom und ein Konsortium um die US-Finanzinvestor Bain Capital und den Fond Innovation Corporation Network of Japan.
 
Aktionäre fordern Schadensersatz
Diese Woche wurde zudem bekannt, dass weitere Investoren und Aktionäre Schadensersatz von Toshiba fordern. Wegen falscher Buchführung fordern sie knapp 400 Millionen US-Dollar. Die Schadensersatzforderungen sind mit dieser mittlerweile 26 Beschwerde gegen Toshiba auf über eine Milliarde Dollar angewachsen, berichtet 'BBC'. 2015 platzte der Bilanzskandal beim japanischen Konzern. Toshiba hatte über Jahre hinweg die Gewinne zu hoch ausgewiesen.
 
Die Ergebnisse zum im März 2017 endenden Geschäftsjahr hat das Unternehmen noch nicht publiziert. Toshiba kündigte aber an, mit einem Verlust von 8,2 Milliarden Dollar zu rechnen. (kjo)