Backup-Spezialist Rubrik wächst und erweitert sein Angebot

Innovation, Channel und KMUs: Rubrik zu Besuch in der Redaktion.
 
Das auf Data Management spezialisierte Startup Rubrik hat kürzlich eine neue Version seiner Plattform Alta veröffentlicht. Diese ist nun für Microsoft Hyper-V sowie Nutanix AHV Hypervisor verfügbar, nachdem sich Rubrik anfänglich auf VMware konzentriert hatte. Zudem unterstützt die Lösung physische Linux-, Windows- und NFS-Geräte sowie AWS, Azure und private Clouds. Auf der Anwendungsseite unterstützt man physische und virtualisierte Oracle-Datenbanken sowie SQL, schreibt Rubrik in einer Mitteilung.
 
Wer ist das Jungunternehmen aus dem kalifornischen Palo Alto? Rubrik hat kürzlich eine Finanzierungsrunde von 292 Millionen Dollar abgeschlossen und wird am Markt auf 1,3 Milliarden Dollar geschätzt. Unter den Investoren finden sich namhafte Persönlichkeiten. Einige davon waren, wie Frank Slootman von Data Domain und Mark Leslie von Veritas, waren sogar Firmenchefs von konkurrierenden Unternehmen. Vom Marktforscher Gartner wurde das Startup kürzlich zu einem "Cool Vendor" gekürt. Doch warum dieser Hype?
 
Die Innovation: Bei Backup und Suche alles aus einer Hand
Es habe 20 Jahre keine Innovation im Bereich des Backups gegeben, erklärte uns Chris Wahl, Chief Technologist von Rubrik, in einem Gespräch. Dies liege daran, dass Innovation und damit Vereinfachung das Business der eingesessenen Anbieter killen würde. Aber: "Everybody hated their Backup", sagt Wahl überzeugt, hier sei nun Rubrik eingesprungen. Die Idee des Unternehmens ist vorderhand relativ einfach: Die Firma bietet Backup-Storage, Backup-Server und Catalog-Server sowie Zusatzfunktionen wie globaler Suche in einer integrierten Plattform.
 
Die Software von Rubrik wird im Standardmodell vorkonfiguriert auf der Hardware, einem sogenannten Brick, geliefert und soll laut Wahl innert einer Stunde in einem RZ eingesetzt werden können. Die Lösung sei dank des Scale-out-Prinzips beliebig skalierbar und mache darum etwa längerfristige Kalkulationen von Backup-Kapazitäten überflüssig. Rubriks Lösung könne Anwendungen sofort wiederherstellen, indem sie bei einem Crash direkt auf den Bricks gestartet werden. Zudem ermögliche sie die globale Suche und Analyse der Daten, ohne diese in einem Datawarehouse duplizieren zu müssen.
 
Primärspeicher bietet das Startup keine. Wahl sieht das als Vorteil gegenüber seinen mächtigen Konkurrenten wie Dell EMC, die die ganze Hardware aus einer Hand bieten können. Bei der grossen Konkurrenz sei das Backup "nicht wirklich integriert", im Gegensatz zu Rubrik wo alles in einer Software stecke. Und man habe zudem entsprechende Partnerschaften mit Anbietern von Primärspeichern, ergänzt der Chef-Technologe.
 
Starkes Wachstum und voller Channel-Fokus
Der Erfolg scheint Rubrik recht zu geben: In diesem Jahr rechnet das erst 2015 gegründete Unternehmen mit einem Umsatz von rund 100 Millionen Dollar. Die Kundenbasis wachse um etwa 700 Prozent jährlich, sagt Wahl. Und das in einem Markt, der kürzlich auf 48 Milliarden Dollar geschätzt wurde und in dem nach einer Prognose von Gartner bis 2018 rund 50 Prozent der Kunden ihre Lösung ersetzen. Welches Volumen erwartet sich denn Kubrik davon? "A pretty large Bite", sagt Wahl und lacht.
 
Hierzulande konnte Rubrik mittlerweile einen Grosskunden an Land ziehen. Das Schweizer Logistik-Unternehmen Galliker Transport setze ausschliesslich die Rubrik-Lösung ein, sagte Gerry Solenthaler, Country Manager Switzerland, in der Diskussion. Rubrik fokussiere sich in der Schweiz aber nicht nur auf Grosskunden, man habe auch Angebote für kleine und mittlere Unternehmen.
 
Man habe einen 100-prozentigen Channel-Fokus, so Solenthaler. Momentan hat Rubrik fünf Channelpartner in der Schweiz: Amanox, Itris Enterprise, Sidarion und Wird für die Deutschschweiz sowie Darest, das einen Fokus auf die Westschweiz legt. Man wolle die Anzahl der Partner im Gegensatz zu einigen Konkurrenten – genannt wird Veeam – gering halten, damit diese noch was verdienen könnten, versichert der Schweiz-Chef.
 
Da aber Rubrik nach eigenem Bekunden das Backup-Business extrem einfach macht, fallen auch viele Services weg. Bleiben da noch gute Verdienstmöglichkeiten für die Vertriebspartner oder bleiben diese nicht lieber bei der Konkurrenz? Man könne auch mehr als bloss die Bricks verkaufen, so sieht Rubrik etwa auch ein Angebot mit Providern vor, beschwichtigt Wahl. Zudem ändere sich längerfristig der Markt und man könne nicht am alten festhalten, wenn sich die Nachfrage der Kunden wandle, ergänzt er überzeugt. (Thomas Schwendener)