Apple: Aufgemotzte Siri, kluge Lautsprecher, frisierte Macs und News für Twint

Auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC, die am Montag begonnen hat, hat Apple einige Neuerungen vorgestellt.
 
Der Konzern steigt ins Geschäft mit vernetzten Lautsprechern ein. Er kündigte wie vermutet ein Gerät mit dem Namen HomePod an, in dem auch die Assistenzsoftware Siri integriert ist.
 
Der Lautsprecher hat die Form eines Zylinders. In der Mitte steckt ein Tieftöner für den Bass. Sieben im Kreis angeordnete Hochtöner sollen für räumlichen Sound sorgen. Mit Siri kann man sich mit Hilfe eines Systems aus sechs Mikrofonen unterhalten. Die Kommunikation mit den Apple-Servern laufe verschlüsselt und mit Anonymisierung für mehr Datenschutz, betonte Marketingchef Phil Schiller.
 
Der Apple-Lautsprecher wird im Dezember zunächst in den USA, Grossbritannien und Australien auf den Markt kommen. Der Start in weiteren Ländern ist für kommendes Jahr geplant.
 
Siri wird schlauer und wird zum Zifferblatt
Unter den vielen Ankündigungen an der WWDC hob Apple immer wieder den Einsatz künstlicher Intelligenz und selbstlernender Maschinen hervor. So gibt es für die Apple Watch künftig ein Siri-Zifferblatt, das automatisch die gerade benötigte Information anzeigen soll.
 
Siri bekommt ein Upgrade und soll sich besser auf den einzelnen Nutzer einstellen können. Gelernt wird zwar weiterhin auf dem Gerät – aber die Ergebnisse werden künftig übergreifend synchronisiert. Die Daten blieben dabei gesichert und könnten nur von den Geräten eines Nutzers abgerufen werden, betonte Apple-Manager Craig Federighi.
 
Virtual und Augmented Reality auf Mac
Seine Macs macht Apple erstmals kompatibel mit virtueller Realität. Das Hollywood-Spezialeffektestudio ILM demonstrierte auf der Konferenz, wie auf einem iMac-Desktop eine VR-Szene aus dem "Star-Wars"-Universum entworfen wird, in die Nutzer mit Spezialbrillen eintauchen können.
 
Apple lanciert zudem eine neue Software namens ARKit, die Augmented Reality auf das iPhone bringt. Virtuelle Inhalte sollen damit so angezeigt werden, als wenn sie tatsächlich in der Realität situiert wären – und nicht nur wie bei PokemonGo als "Sticker" auf der realen Welt. Man wolle damit das iPhone zur grössten AR-Plattform der Welt machen, sagte Federighi.
 
Aufgemotzte Macbooks, iMacs und iPads
Die volle Angebotspalette aus Macbooks und iMacs mit eingebautem Display wurde mit schnelleren Intel-Prozessoren und besserer Grafik aufgefrischt. Für Nutzer, die wie zum Beispiel Videoprofis auf besonders leistungsstarke Computer angewiesen sind, gibt es Ende des Jahres zudem einen iMac Pro – "den bisher schnellsten Mac".
 
Apple musste sich zuletzt den Vorwurf gefallen lassen, professionelle Mac-Nutzer zu vernachlässigen, weil der für sie gedachte Computer Mac Pro seit 2013 nicht aktualisiert wurde. Der iMac Pro ist aber anscheinend kein Ersatz: Man arbeite an einem neuen Mac Pro, so der Konzern.
 
Beim iPad-Tablet gibt es künftig ein neues Pro-Modell mit grösserer Bildschirmdiagonale. Die iPad-Version des Mobil-Systems iOS wird mit zahlreichen neuen Funktionen aufgebessert, wie zum Beispiel einem einfachen verschieben von Inhalten und Dateien zwischen Apps per Drag-und-Drop.
 
Apple Pay: Gute und schlechte Nachrichten für Twint
Mit dem Bezahldienst Apple Pay kann künftig auch Geld zwischen einzelnen Nutzern verschickt werden. Damit greift Apple das Geschäft von Konkurrenten wie Paypal aber auch Twint an.
 
Zugleich berichten mehrere Medien darüber, dass Apple im neuen iOS einen NFC Reader Mode integriere und damit die Schnittstelle für Drittanbieter öffne. Diese war bislang etwa für Twint auf iPhones gesperrt, was die Firma veranlasste auf Beacons und QR-Codes auszuweichen. Im letzten Dezember hatte Twint-CEO Thierry Knessler erklärt, dass die NFC-Lösung technisch umgesetzt und für Twint denkbar sei, wenn es denn für alle offen sei. Apple konnte auf Anfrage von inside-channels.ch nicht bestätigen, dass NFC künftig für Twint zugänglich ist. (sda/ts)