Ostern macht Resellern Strich durch die Rechnung

Grafik: ICT-Reseller-Index
Von saisonalen Effekten abgesehen, zeigt sich der Markt 2017 weiter stabil auf Vorjahresniveau.
 
Der April konnte leider die bislang in diesem Jahr zu beobachtende gute Stimmung nicht bestätigen. Mit einem Wert von 68 Punkten liegt er um minus 16 Prozent unter dem März und minus 17 Prozent unter seinem Vorjahreswert. Bei genauerem Hinsehen wird aber auch klar, dass hier nicht nur der Markt für diese Bewegung verantwortlich ist, sondern auch die Lage der Feiertage ihren Einfluss haben. Doch was heisst das für die Jahresumsatz-Entwicklung? Ist die Talfahrt im Widerspruch zu den guten Nachrichten in den Medien noch nicht zu Ende?
 
Auswirkungen von Ostern auf die Umsätze
In der Betrachtung des ICT-Reseller-Indexes auf Tagesbasis der letzten Jahre ist erkennbar, dass jeweils nach Ostern der ICT-Reseller einen Einbruch zu verzeichnen hat. Dieser kann zum einen durch die kleinere Nachfrage der Kunden kommen, aber auch durch geringere Aktivitäten des IT-Händlers. Vor und nach Ostern und Pfingsten sind Ferien auf gehäuft zu beobachten. Je nach Lage von Ostern sind deshalb auch die Handelsumsätze betroffen, beziehungsweise verschont worden.
 
ICT ReSeller Index
Der im Vergleich zum Vorjahr gute März hat auch vom Oster-Effekt profitieren können, lag Ostern 2016 doch sehr früh im Jahr und 2017 eher spät. Die erst diese Woche vom Bundesamt für Statistik (BFS) euphorisch gefeierten guten März-Zahlen im Detailhandel (siehe z.B. 'Handelszeitung') sind deshalb auch mit Vorsicht zu geniessen. Ob nämlich die im Mai vom BFS kommenden Zahlen für den April weiter gut sind oder sich ähnlich wie beim ICT-Reseller korrigieren, wird spannend.
 
Geht die Umsatz-Talfahrt wieder weiter?
Unabhängig von diesen saisonalen Effekten liegt der Markt 2017 kumuliert als Ganzes betrachtet weiter stabil auf Vorjahresniveau. Der leichte Vorsprung aus dem März wurde im April zwar wieder aufgebraucht, aber der Gesamttrend ist ungebrochen. Damit wird weiter die bereits in den Vormonaten entwickelte These bestätigt, dass sich die Handelsumsätze beim Reseller zumindest stabilisieren können und die Talfahrt der letzten Jahre zumindest
Grafik: ICT-Reseller-Index
für den Moment eine Pause macht.
 
Dienstleistungen und Reseller-Verbünde als Chance
Neben dem Handelsumsatz kann die Mehrheit der ICT-Reseller inzwischen gute Geschäfte im Dienstleistungsbereich verbuchen. Hier sind die Margen weiter interessant. Der Kunde erwartet nach wie vor die Lieferung von Hard- und Software, so dass ein Verzicht auf die Handelsaktivitäten für die meisten Reseller nicht in Frage kommt.
 
Trotzdem prüfen viele Reseller bereits, wie sie diesen doch aufwändigen Geschäftsbereich zukünftig für sich einfacher abbilden können. Strategische Partnerschaften sind hier eine präferierte Option, die auch zur Verbesserung der Dienstleistungsumsätze führen soll.
 
Eine Herausforderung für die ICT-Händler sind auch die immer höher werdenden Ansprüche der sich weiter konsolidierenden Hersteller sowie die zunehmend in den Schweizer Markt drängenden ausländischen Full-Service-Anbieter. Gerade im Hinblick darauf werden sich wohl zukünftig vor allem grössere Schweizer Reseller und Reseller-Verbünde behaupten können. (Thomas Czekala)
 
Der Autor: Thomas Czekala ist Verwaltungsrat der ProSeller AG.
 
Zum ICT-Reseller-Index:
Der Index wird täglich ermittelt und einmal monatlich für den laufenden Monat fixiert. Er basiert auf den anonymisierten Suchaktivitäten der ICT-Reseller bei Verwendung der Concerto-Software-Suite und repräsentiert damit ein jährliches Einkaufsvolumen von ca. 1,5 Milliarden Franken beziehungsweise rund 20'000 Abfragen pro Tag.