Entlässt IBM Schweiz erneut Mitarbeiter? (Update)

Aus gewöhnlich sehr gut unterrichteter Quelle erfahren wir, dass IBM Schweiz 40 Mitarbeitende entlassen hat. IBM reagierte schriftlich: "In unserer Branche ist Veränderung eine Konstante und Transformation ist fester Bestandteil unseres Geschäftsmodells. Daher sind auch Anpassungen in unserer Mitarbeiterstruktur ein fortlaufender Prozess in unserem Unternehmen. Wir verändern kontinuierlich unseren Mix an Skills - unsere Kunden erwarten nichts weniger, denn sie wenden sich an uns, um von Innovationen und neuen Technologien zu profitieren.
 
Wir als IBM transformieren unser Geschäftsmodell, um unsere Führungsrolle auch im neuen IT-Zeitalter - der Ära kognitiver Systeme und Cloud – zu behaupten und auszubauen. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir weitere Einzelheiten unserer Personalpolitik nicht öffentlich diskutieren."
 
Die Entlassungen wurden gegenüber inside-channels.ch von einem unabhängigen Dritten bestätigt. Aber es bleibt unklar, welche Abteilungen betroffen sein könnten und welche Begründung hinter dem Abbau steht.
 
Giorgio Pardini, Leiter Sektion ICT bei der Gewerkschaft Syndicom, sagt, auch er wisse von nichts. "Für uns ist IBM eine 'Black Box', wir haben bei IBM keinen Ansprechpartner mehr. Wir wissen nicht einmal, ob eine Personalvertretung existiert und ob die Mitarbeitenden ihre Rechte wahrnehmen können."
 
Laut Obligationenrecht würde dieser Schritt als "Massenentlassung" gelten und müsste dem Arbeitsamt gemeldet werden. Pressesprecherin Lucie Hribal vom Amt für Wirtschaft und Arbeit im Kanton Zürich (AWA) kann den konkreten Fall nicht beurteilen. Sie hält gegenüber inside-channels.ch lediglich fest, dass das AWA aus Datenschutzgründen keine Aussagen zu konkreten Massenentlassungen bei Unternehmen machen könne.
 
Vor rund einem Jahr wurde bereits berichtet, dass IBM in der Schweiz rund 100 Stellen abgebaut habe. Wieviele Mitarbeiter IBM in der Schweiz noch hat, ist auch unter Verschluss. Thomas Landolt, Vorsitzender der Geschäftsleitung IBM Schweiz, wollte sich kürzlich bei einem Treffen darüber nicht äussern. Nach Aussagen von IBM-Kennern sollen es inzwischen aber "wesentlich weniger" als die bis vor wenigen Jahren genannten 3000 sein. (vri / mag)
 
Der Text wurde nachträglich mit dem Statement von IBM Schweiz und der Bestätigung einer unabhängigen Quelle aktualisiert.