Netcloud übernimmt uniQconsulting

Die beiden CEOs René Tenger (links) und Marco Schürch.
Zwei RZ-Infrastruktur-Spezialisten tun sich zusammen, wollen aber unterschiedliche Herstellerpartner behalten.
 
Die beiden Schweizer Systemintegratoren Netcloud und uniQconsulting wollen in Zukunft "gemeinsame Wege gehen", wie sie heute erklären. Konkret übernimmt Netcloud sämtliche Aktien seines kleineren Pendants uniQconsulting. Die beiden Firmen sollen dennoch weiterhin autonom agieren.
 
Die bisherigen Besitzer des übernommenen Unternehmens bleiben auf ihren angestammten Positionen, so Netcloud. Auch die Spezialgebiete sollen beibehalten werden. Dazu gehört ausdrücklich auch die Herstellerspezialisierung: Netcloud ist als Cisco- und NetApp-Partner bekannt, uniQconsulting setzt auf EMC und VMware.
 
Netcloud beschäftigt aktuell rund 140 Mitarbeitende in Winterthur, Bern und Basel. uniQconsulting hat 28 Mitarbeitende, "was auch so bleiben wird", wie Netcloud auf unsere Anfrage hin betonte. Der kleinere Partner hat Niederlassungen in Bassersdorf, Reinach und St.Gallen.
 
Integration vielleicht später
Gemäss Marc Schürch, CEO von Netcloud, haben sich die beiden Unternehmen bei gemeinsamen Projekten kennen und schätzen gelernt. Als man sich 2016 über eine Vertiefung der Partnerschaft unterhalten habe, sei man sich dann "schnell näher" gekommen. Netcloud hoffe durch die Übernahme sein Leistungsspektrum in der Applikationswelt zu erweitern und vom Storage- und VDI-Knowhow von uniqConsulting profitieren zu können.
 
Laut René Tenger, CEO von uniQconsulting, sind die Angebotsüberlappungen der beiden Firmen klein: "In den meisten Fällen stellt das Leistungsspektrum eine echte Ergänzung dar." Obwohl vorerst das meiste beim alten bleibt, könnte in Zukunft aber doch eine tiefere Integration der beiden Firmen erfolgen. "Wir haben uns auf eine phasenweise Annäherung der beiden Unternehmen im Rahmen von weiteren Kundenprojekten geeinigt", sagt Tenger, "und lassen beiden Firmen dabei die Eigenständigkeit und genügend Zeit."
 
Nun ist Sympathie und wenig Portfolioüberlappung alleine meist noch kein Grund, eine Partnerschaft gleich durch eine Übernahme zu vertiefen. Näher auf die Gründe ging Netcloud auf unsere Frage hin aber nicht ein. (Hans Jörg Maron)