5G kommt ab 2020 - in der EU

Mit dem gestrigen Entscheid des EU-Parlamentes für die koordinierte Nutzung des Ultrahochfrequenzbandes (470 bis 790 MHz) inklusive dem 700 MHz-Band wird der Weg für die EU in die 5G-Welt geebnet. Ab Mitte 2020 sollen die Frequenzen für digitale Breitbanddienste zur Verfügung stehen. Ausserdem will die EU damit Frequenzen für den audiovisuellen Sektor absichern.
 
Politisch hatte man sich vorher - bereits im Dezember - schon grundsätzlich geeinigt, nun stimmte das EU-Parlament zu. Es handle sich um das erste Schlüsselprojekt im Rahmen der digitalen Binnenmarktstrategie, mit der die Abdeckung, Konnektivität und Digitalisierung in 5G-Infrastrukturen möglich sind, heisst es in einer Mitteilung.
 
Andrus Ansip, Vize-EU-Kommissionspräsident und verantwortlich für den digitalen Binnenmarkt, hält den Entscheid für einen Meilenstein. Er begründet dies mit dem kontinuierlichen Nachfrage-Wachstum nach drahtloser Konnektivität für Smartphones und zukünftige 5G-Geräte. Unter anderem Ericcsson wies schon auf diese rasante Entwicklung hin und zuletzt prognostizierte Cisco unter anderem mit dem Hinweis auf mobile Videoübertragung und das Internet of Things, dass der mobile Datenverkehr sich bis 2021 versiebenfachen werde.
 
Die EU erwartet laut Ansip bis 2020 "fast achtmal mehr mobilen Internetverkehr als heute". Weil die dafür nötige Konnektivität vom Funkfrequenzbereich abhänge, sei die "Einigung auf EU-Ebene, wie man diese endliche Ressource für die drahtlose Kommunikation koordiniert, so entscheidend". Soeben hatte Ansip in einem Interview mit dem Nachrichtenportal 'EurActiv' die Bedeutung der fünften Generation mobiler Breitbanddienste noch einmal betont. (vri)