Metro-Aufspaltung läuft trotz Klage nach Plan

Eine neue Klage des Media-Markt-Gründers Erich Kellerhals könne an der planmässigen Aufspaltung der Metro-Gruppe wohl nichts mehr ändern, schreibt 'Channelpartner'. Der deutsche Metrokonzern hatte schon im Dezember 2016 beschlossen sich aufzuspalten. Im Februar 2017 haben die Aktionäre mit beinahe 100 Prozent dafür gestimmt und damit den Weg zum Börsenstart von zwei Gesellschaften Mitte des Jahres geebnet.
 
Für Unmut sorge Erich Kellerhals, der sich seit einigen Tagen laut 'Channelpartner' wieder streitlustig zeigt: Er hat über sein Beteiligungsunternehmen Convergenta eine Anfechtungsklage gegen die Metro-Aufteilung eingereicht. Der Aufteilungsplan koste die neue Dachgesellschaft Ceconomy mindestens 100 Millionen Euro und beschere den Vorständen massive Gehaltszuwächse, so Kellerhals. Er plädiert für die Abspaltung von Media-Saturn statt der Lebensmittelsparte und rechnet mit Einsparungen von mehreren 100 Millionen Euro.
 
Dabei war der Grund für die Aufspaltung vermutlich bereits im jahrelangen Machtkampf zwischen Erich Kellerhals und dem Mehrheitsbesitzer, dem Konzern Metro und seinem Führungspersonal zu suchen. Die Ausgliederung des Grosshandelsgeschäfts und der Lebensmittelsparte in die neu gegründete Metro AG sollte diese der Störung durch die Rechtsstreitigkeiten entziehen. Die Unterordnung von Media-Saturn unter die Dachgesellschaft Ceconomy – die umbenannte Metrogroup – sollte andererseits dafür sorgen, dass Kellerhals weiterhin eine schwache juristische Position behält.
 
Metro-CEO Olaf Koch zeigt sich zuversichtlich: Alle bisher geführten 15 Prozesse seien bislang zu Gunsten des Handelskonzerns entschieden worden. 'Channelpartner' mutmasst dann auch, dass es Kellerhals möglicherweise nicht um einen Stopp der Aufspaltung geht, sondern darum, seine Position in den Verhandlungen zu stärken. (ts)