Horw und Bubikon erneuern Gemeindesoftware

Anfang 2019 müssen die Gemeinden auf HRM2 umgestellt haben. Der Zeitdruck steht auch hinter den Ausschreibungen in Horw und Bubikon.

Auf eine neue Basis wollen sowohl die luzernische Gemeinde Horw als auch die Zürcher Gemeinde Bubikon ihre Verwaltungs-Software stellen. Als stärkster Treiber im Hintergrund ist für beide Gemeinden die schweizweit laufende Umstellung auf das harmonisierte Rechnungsmodell für die Kantone und Gemeinden (HRM2) zu sehen. Denn der HRM2 muss Anfang 2019 eingeführt sein.
 
Laut Ausschreibungen ist in Horw ist derzeit Abacus / Nest im Einsatz und ein Outsourcing geplant, während Bubikon aktuell noch auf Gesoft (Ruf) setzt. Horw schliesst ein Fulloutsourcing aus und verlangt das Housing im RZ der CKW, lässt optional aber auch das RZ des Software-Anbieters zu. Bubikon will hingegen outsourcen, verlangt aber die Integration mit dem bestehenden Outsourcing von Clients, Servern, Office und Nebenapplikationen bei RIZ Wetzikon.
 
Anbieter haben für das Projekt in Horw die Unterlagen bis zum 7. April vorzulegen und sollten Anfang Oktober 2017 mit der Umsetzung starten können. Für Bubikon sind die Angebote bis zum 6. April einzureichen und die Ausführung soll dann im Januar 2018 gestartet werden können.
 
Kritik an Ausschreibung
Interessant ist, dass bei beiden Ausschreibungen abermals Publics involviert ist und als Beschaffungsstelle genannt wird. Dies ist insofern bemerkenswert, weil Publics bei der kürzlich erfolgten Ausschreibung der Gemeinde-Software in Wetzikon inzwischen in der Kritik steht. Denn gegen die in diesem Projekt vorgeschriebene Präqualifikation, Referenzen ähnlicher Grössenordnung aus dem Kanton Zürich vorzulegen, um sich an der Ausschreibung zu beteiligen, wurde bereits scharf kritisiert, wie inside-channels.ch aus gut informierten Kreisen weiss. Demnach hat Publics mit Rekurs zu rechnen, falls diese Forderung in der Ausschreibung nicht fallen gelassen wird. Schränke sie doch den Anbieterkreis ohne Grund ein, wie es heisst.
 
Bei Publics, wo man nach eigenen Aussagen seit vielen Jahren Zürcher Gemeinden bei Ausschreibungen unterstützt, wird der Vorwurf zurückgewiesen. Wie Theo Altorfer, zuständiger geschäftsführender Partner bei Publics, auf Anfrage ausführt, berücksichtigt die Kritik die spezielle Situation der Steuergesetzgebung im Kanton Zürich nicht.
 
Sie erfordert für die Zürcher Gemeinden eine spezielle Steuerlösung. Die könne aber nicht jeder Software-Anbieter liefern, sagt Altorfer. Und nur darauf beziehe sich die Präqualifikation in der Ausschreibung von Wetzikon, die nun auch für Bubikon gelte. Horw hingegen sei nicht betroffen. Der Hintergrund sei, so Altorfer weiter, dass die Gemeinden im Kanton Zürich – im Gegensatz zu anderen Kantonen – die Steuerveranlagung selbst vornehmen. (vri)