Ascom bestätigt verlustreiches 2016

Die Ascom-Gruppe hat auch 2016 wieder gelitten, wie den definitiven Geschäftszahlen zu entnehmen ist. Demnach schrumpfte der Umsatz abermals signifikant von 410,8 Millionen Franken im Jahr 2015 auf noch 354,3 Millionen Franken im 2016.
 
Der Umsatzrückgang auf Gruppenebene wird mit dem Verkauf der defizitären Sparte Network Testing begründet. Sie ging an den französischen Netzwerkausrüster Infovista und brachte Ascom im August 30 Millionen Dollar in bar ein. Dazu kamen nachrangige Verkäuferdarlehen. Allerdings hatte die Veräusserung aufgrund buchhalterischer Vorschriften einen ausserordentlichen Verlust von 145,1 Millionen Franken zur Folge. Das führte zu einem Konzernverlust in praktisch gleicher Höhe von 145,7 Millionen Franken.
 
Leicht rückläufig ist aber auch die Vorzeigesparte Wireless Solutions, deren Umsatz von 304,2 Millionen Franken im 2015 auf 300,8 Millionen Franken im letzten Jahr zurück ging. Verantwortlich hierfür wird der seit Ende 2015 bekannte Umbau zum Health-Care-Unternehmen genannt.
 
Im laufenden Jahr verspricht Ascom zwischen drei und sechs Prozent Wachstum, das im Gesundheitsbereich aber noch höher ausfallen soll. Damit bestätigte Ascom die Vorabzahlen von Ende Januar, in denen auch schon als Mittelfristziele für 2020 ein Umsatzwachstum zwischen sieben und zehn Prozent genannt worden war. Insgesamt sieht sich das Management um den neuen Konzernchef Holger Cordes dafür gut positioniert. Der Weg zurück zum Wachstum soll ohne grosse Akquisitionen möglich werden, betont das Unternehmen.
 
Ascom hat übrigens Ende Dezember noch 1188 Mitarbeiter beschäftigt, das waren 470 weniger als Ende 2015 (2002 beschäftigte der Konzern 7300 Angestellte). Die starke Schrumpfung ist die Folge diverser Rosskuren und Verkäufe, die wegen der hohen Verluste in den vergangenen Jahren durchgeführt wurden. Sie erklären aber auch den Abgang des langjährigen Verwaltungsratspräsident Juhani Anttila. Der 63-jährige wird nach 15 Jahren an der Generalversammlung im April nicht mehr antreten. Sein Nachfolger soll der 54-jährige Andreas Umbach werden, der seit 2002 Konzernchef von Landis+Gyr ist und seit 2010 dem Ascom-Verwaltungsrat angehört. (vri/sda)