CeBIT: Welche Schweizer gehen und wer nicht mehr will

Einige grosse Namen der Schweizer IT bleiben der CeBIT dieses Jahr fern. Aber fast 30 Startups reisen an.
 
Es gibt eine Kombination von Gegenständen, Worten und Namen, die eines signalisieren sollen: "Wichtiger Startup-Event!" All diese Erwartungen erfüllte die CeBIT-Presse-Preview. Im Ambiente einer WG aus den 1980er Jahren fielen Worte wie "Fun", "unbedingt" sowie "Silicon Valley" und Johann Schneider-Ammanns Name war so omnipräsent, als sei der Bundesrat zentraler Katalysator der Startup-Szene.
 
Konkret wurde gezeigt, was Schweizer Startups an der CeBIT im Schweizer Pavillon zeigen werden. Die Produkte reichen von KI für Werber über autonome Drohnen bis hin zu virtuellen Bancomaten und Schweizer Tracker für Milliarden von Kühen und Schafen.
 
Für den interessierten Laien klangen die Produkte und die Pitches beachtenswert, die Besucher des Swiss Pavillons können sich auf die Schweiz freuen. Ein Wermutstropfen: Die angepeilte Zahl von 40 Startups konnte nicht erreicht werden, rund 20 reisen nun mit ICTswitzerland nach Hannover und dies mit vielen Hoffnungen. Die einen glauben, das Wachstum im für sie drittwichtigsten Markt zu fördern, wie das RegTec-Startup Qumram. Oder sie suchen Partner für Pilotprojekte für virtuelle Bancomaten wie Sonect oder sie wollen Kontakt zu Investoren, Resellern und potentiellen Mitarbeitern finden.
 
Startups an die CeBIT bringen will auch der Investor Club Sictic. Die Idee, in der Startup-Halle Scale11 Workstations mit Schweizer Firmen zu belegen, zerschlug sich. Offenbar muss man Startups besser aufklären, was und wie bedeutend die CeBIT ist.
 
Hingegen findet der geplante "Pitch Night Ride" statt, wie Sictic-Vorstandsmitglied Ralph Mogicato gegenüber inside-it.ch bestätigt. Sieben Startups sind dabei und für kurzentschlossene Startups wie Investoren sind Plätze frei, um für 35 Franken ein Pitchtraining im Reisebus zu erhalten, die CeBIT zu besichtigen, zu networken und zu feiern.
 
Startups können sich zumindest vor Ort informieren, wer an potentiellen Kunden und Investoren an der CeBIT ist, und sie können an Erfahrung gewinnen.

Hingegen hat sich Liste etablierter Firmen im Vergleich zum letzten Jahr, als die Schweiz Partnerland war, merklich ausgedünnt. Die Post ist zwar erneut da, diesmal mit ihrem selbstfahrenden Bus und auch die Software-Schmiede Mimacom. Und Ruag hofft, ihren Bereich Security ausbauen zu können.
 
Abwesende und Strategiewechsler 2017
Doch es sind grosse Abwesende zu verzeichnen: Noser Engineering fehlt 2017 an der CeBIT ebenso wie Ispin, Netcetera, Six, Swisscom oder die SBB. Sie alle waren 2016 noch im Schweizer Pavillon präsent gewesen.
 
Ist der Enthusiasmus geschwunden?
 
Netcetera-Chef Andrej Vckovski widerspricht. Er sei mit der CeBIT 2016 an sich zufrieden gewesen. "Wir fokussieren uns nun auf internationale Fachmessen wie die Money 20/20. Dort haben wir das beste Aufwand-Ertrags-Verhältnis. Das ist kein Entscheid gegen die CeBIT." Auch Ispin-Chef Marco Marchesi findet die Schweizer Allianz grundsätzlich positiv, aber als Security-Dienstleister sei das Aufwand-Ertragsverhältnis an der CeBIT in keinem guten Verhältnis.
 
Nicht zuletzt gibt es ein paar wenige "Fremdgänger". Gemeint sind Firmen, die zwar an die CeBIT gehen, aber den Stand nicht im Schweizer Pavillon buchen. Ergon beispielsweise. Gernot Bekk-Huber, Ergon Marketing Manager sagt auf Anfrage von inside-it.ch: "Unsere CeBIT-Präsenz ist mit Airlock ganz auf den Security-Markt ausgerichtet. Die Heise Security Plaza war für uns hier die bessere Option als der Swiss Pavillon." Dieselbe Strategie hat auch Adnovum mit Nevis gewählt.
 
Wiederum präsent im Schweizer Pavillon, und das ist sehr wichtig für das Image der Schweizer Informatik, ist die ETH. Auch die Universität Genf, die Uni Tessin und die ZHAW haben Platz gebucht. (Marcel Gamma)
 
Anmerkung: Auch inside-it.ch und inside-channels.ch sind vom 20. bis 22. März im Schweizer Pavillon der CeBIT anzutreffen.