Avaloq legt erstmals seine Zahlen offen

Mehr Umsatz, mehr Gewinn und mehr Geld in der Kasse.
 
Die nicht börsenkotierte Avaloq Gruppe hat erstmals konkrete Finanzzahlen zu ihrem Geschäftsgang bekannt gegeben. Für 2016 hat sie einen Umsatz von 533 Millionen Franken ausgewiesen. Das entspricht einem Plus von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr, in dem das Software-Unternehmen 485 Millionen umgesetzt hatte. Damit liegt die Firma acht Millionen über der Zahl, die Deputy-CEO Jürg Hunziker in einem Gespräch mit inside-it.ch prognostiziert hatte.
 
Avaloq nennt nicht nur die Umsatzzahlen, sondern spricht auch über Gewinne und Geldflüsse. Anlass dürften die in den letzten Monaten aufgekommenen Gerüchte über Liquiditätsprobleme beim Zürcher Unternehmen sein.
 
Das EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen und Amortisationen) stieg um über 40 Prozent von 58 Millionen Franken im Vorjahr auf 82 Millionen Franken. Den Reingewinn beziffert Avaloq nicht, dafür wird in der Mitteilung aber noch erwähnt, dass die Nettoliquidität durch hohe Geldflüsse um das doppelte auf 62 Millionen Franken gestiegen sei. Der Kassenbestand sei um acht Prozent auf 63 Millionen Franken gewachsen. Die Nettoverschuldung habe per Jahresende das Anderthalbfache des EBITDA, also rund 120 Millionen Franken betragen.
 
Das Vorjahr sei geprägt gewesen von hohen Vorlaufinvestitionen in neue Digital-Banking-Technologie, SaaS und Business-Process-Outsourcing-Angebote (BPO). Besonders BPO sei kapitalintensiv und die Margen tief, erklärte Hunziker im Gespräch. Aber der Anteil an wiederkehrenden Einnahmen sei der Schlüssel zum Erfolg. Er habe 2014 noch 60 Prozent des Umsatzes ausgemacht, 2016 aber betrage er bereits 70 Prozent des Totals.
 
Mittlerweile seien die BPO-Zentren in Berlin und Singapur errichtet und jenes in Lugano zum Vollmitglied der Avaloq Gruppe gemacht worden.
 
Francisco Fernandez, CEO bei Avaloq, lässt sich dann auch in der Mitteilung wie folgt zitieren: "Unser Wandel von einem reinen Software-Unternehmen zu einem Anbieter integrierter Dienstleistungen ist praktisch abgeschlossen und wir sind zuversichtlich, dass sich unsere Investitionen im Jahr 2017 und darüber hinaus auszahlen werden."
 
Auch sonst ist aus dem Hause Avaloq nur frohe Kunde zu vernehmen: Man habe sechs neue Kunden gewonnen, 28 Projekte mit einem erfolgreichen Going Live abgeschlossen und Projekt Rainbow, die Retail-Banking-Plattform, zusammen mit Raiffeisen und Arizon "in grossen Schritten weiterbewegt". Zudem seien die Digital-Banking-Lösungen von Avaloq nun auch im SaaS-Modus erhältlich. (hjm/ts)